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Hessen Gericht: Mehrere Hundert Rothirsche dürfen geschossen werden

Ein röhrender Rothirsch. Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild

(Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild)

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Im hessischen Spessart dürfen mehrere Hundert Rothirsche geschossen werden. Die Anordnung des Abschusses verstoße nicht gegen die Richtlinie des Landesumweltministeriums für die Hege und Bejagung des Schalenwildes, befand das Verwaltungsgericht Frankfurt in einem am Mittwoch ergangenen Beschluss. Das Gericht lehnte damit einen Eilantrag einer Hegegemeinschaft gegen einen Abschussplan ab.

Hintergrund der Entscheidung ist eine Richtlinie des hessischen Umweltministeriums, die bestimmte Abschussquoten unter anderem für Rotwild vorsieht. Eine Hegegemeinschaft im Spessart hatte daraufhin - auf Grundlage eigener Richtlinien - einen Vorschlag zur Abschussplanung für das Rotwild im hessischen Spessart erarbeitet. Nachdem es darüber keine Einigung bei einer Mitgliederversammlung gab, setzte das Regierungspräsidium den Abschuss von 524 Stück Rotwild fest.

Die Hegemeinschaft wendete sich dagegen in ihrem Eilantrag. Dabei argumentierte sie laut Mitteilung, damit werde in ihre Aufgaben und Befugnisse eingegriffen. Der Abschussplan verstoße außerdem gegen "wildbiologische Erkenntnisse".

Das Verwaltungsgericht wies den Eilantrag ab. Die 542 Stück Rotwild dürften geschossen werden. In die Aufgaben der Gemeinschaft greife die obere Jagdbehörde nicht ein. Es gebe immer mehr Rotwild in hessischen Wäldern, doch es fehle an Lebensraum. Die Richtlinie bedrohe die Population nicht. Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel eingelegt werden.

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