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Hessen Gesucht wird .... der Gartenschläfer

Ein Gartenschläfer, der zu den nachtaktiven Schlafmäusen gehört und auch in Hessen heimisch ist. Foto: --/Senckenberg Gesellschaft/dpa/Archivbild

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Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Zu seinen besonderen Kennzeichen gehört die typische "Zorro-Maske" als Fellzeichnung um die dunklen Kulleraugen. Andernfalls könnte der Gartenschläfer (Eliomys quercinus) leicht mit seinen Verwandten Siebenschläfer und Haselmaus verwechselt werden, die wie der nachtaktive Gartenschläfer der Familie der Bilche angehören. Die 12 bis 17 Zentimeter großen Allesfresser waren ursprünglich weit verbreitet, von der portugiesischen Atlantikküste bis zu Ural. Doch Naturschützer schlagen nun Alarm: Allein in den vergangenen 30 Jahren ging die Verbreitung des Gartenschläfers europaweit um rund 50 Prozent zurück. Ein gemeinsames Projekt des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Senckenberg-Gesellschaft für Naturschutz und der Gießener Liebig-Universität will ihrem Bestand in Hessen nachspüren.

Die Chancen, dass auch hessische Gartenbesitzer einen Gartenschläfer sehen oder hören, stehen nicht schlecht: In Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen gelangen in den vergangenen zwei Jahren zahlreiche Nachweise, sagte BUND-Projektleiterin Susanne Steib. Besonders im Rhein-Main-Gebiet gebe es noch vergleichsweise viele Gartenschläfer. Im Harz, im Fichtelgebirge und im Bayerischen Wald hingegen, wo die Gartenschläfer bis vor wenigen Jahren weit verbreitet waren, herrscht weitgehend Fehlanzeige.

Die Befürchtung liegt nah, dass hier aktuell ein regionales Aussterben beobachtet werden kann. "Es scheint große Unterschiede zwischen den Städten zu geben", sagte Steib. Dies werde auch im Vergleich zwischen der Landeshauptstadt und Frankfurt deutlich: Während der Gartenschläfer den Einwohnern Wiesbadens wohl bekannt ist, kommt er in Frankfurt nur sehr punktuell vor. Die Gründe sind bisher nicht bekannt.

Um dem Gartenschläfer auf die Spur zu kommen, hoffen die Naturschützer auf Hinweise aus der Bevölkerung und haben eine Online-Meldestelle eingerichtet. Die Erkenntnisse sollen dabei helfen, ein Schutzkonzept für die kleinen Schlafmäuse zu erstellen.

© dpa-infocom, dpa:210417-99-239412/2

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