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Hessen Gewalt aus falschem Ehrverständnis: Opferhilfe-Initiative

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Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Opfer von Gewalt im Namen der Ehre sollen in Hessen künftig schnell und unbürokratisch Hilfe bekommen. Dies ist das Ziel des Netzwerks "Hessen-gegen-Ehrgewalt", das am Dienstag gestartet ist. Hinter dem Pilotprojekt stehen Fachorganisationen aus ganz Hessen. "Ihr Zusammenschluss wird dafür sorgen, dass Betroffene in Hessen effektiv und flächendeckend Hilfe bekommen", sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne) bei der Auftaktveranstaltung des Netzwerks in Frankfurt.

Gewalt im Namen der Ehre habe viele Facetten: soziale Kontrolle, psychischer Druck, Nötigung und Freiheitsentzug, körperliche, seelische und sexuelle Gewalt bis hin zu Zwangsverheiratung und Mord. Betroffen seien meist Frauen und Mädchen aus patriarchalischen Familien und Gesellschaftsstrukturen. Jungen und Männer könnten als vermeintliche Beschützer der Familienehre betroffen sein.

Das vom Land geförderte Pilotprojekt habe sich konkret zum Ziel gesetzt, unter anderem relevante Berufsgruppen bei Schulen oder Behörden fortzubilden und sensible Präventionsarbeit auch in Personenkreisen von Migranten zu leisten. Das Netzwerk sei als Drei-Regionen-Modell konzipiert und wolle in den Regionen Nordhessen, Süd-/Osthessen und Rhein-Main/Mittelhessen auch den Fachaustausch auf Landesebene fördern.

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