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Hessen Haus & Grund: Öfen müssen nachgerüstet oder getauscht werden

Ein Mann legt in seiner Wohnung ein Stück Holz in einen Kaminofen, in dem ein Feuer brennt. Foto: Silas Stein/dpa

(Foto: Silas Stein/dpa)

Im Sommer denkt kaum jemand ans Heizen im Winter. Haus & Grund rät, es trotzdem zu machen. Denn am Jahresende läuft eine Übergangsfrist für Ofenbesitzer aus.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Wegen des Klimaschutzes könnte Ende des Jahres für Tausende Hessen der Ofen aus sein. Dann müssten 16 bis 25 Jahre alte Kaminöfen strengere Abgaswerte erfüllen, sagte Younes Frank Ehrhardt, Geschäftsführer von Haus & Grund Hessen: "Wer jetzt nicht handelt, muss möglicherweise an Neujahr auf ein knisterndes Kaminfeuer verzichten." Die Zahl der betroffenen Öfen werde in Hessen auf bis zu 20 000 geschätzt, bundesweit seien es bis zu 250 000. Spätestens jetzt sollten Eigentümer prüfen, ob sie betroffen seien und sorgfältig durchrechnen, ob sich Nachrüsten lohne.

Die entsprechende Bundesverordnung war 2010 in Kraft getreten und setzte die Feinstaub- und Kohlenmonoxid-Grenzwerte für alle Öfen herab, die feste Brennstoffe wie Holz verfeuern. Es galten jedoch Übergangsfristen. "Für Feuerstellen, die von 1985 bis 1994 zugelassen wurden, endet diese Übergangsfrist am 31. Dezember 2020", erklärte Ehrhardt. Ab Neujahr dürften diese Kamine und Öfen maximal 0,15 Gramm Feinstaub und 4 Gramm Kohlenmonoxid pro Kubikmeter ausstoßen. Entstehe mehr, sei der Betrieb illegal - und der Ofen buchstäblich aus. Wer damit heize und erwischt werde, dem drohten Bußgelder von bis zu 25 000 Euro.

Die Schornsteinfeger legten aber keinen Kamin still, erklärte Michael Maurer vom Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks Hessen. Man spreche zunächst mit den Eigentümer. Falls der nicht willig sei, einen Austausch oder eine Nachrüstung vorzunehmen, gebe man den Fall an die Ordnungsbehörden. Laut Maurer wurden in den vergangenen Jahren bereits viele Öfen auf freiwilliger Basis ausgetauscht, es gebe aber noch etliche, wo dieser Schritt noch nötig sei. Der Aufwand für eine Nachrüstung sei schwer zu beziffern, denn beispielsweise könne auch eine Sanierung des Kamins nötig sein.

Ausgenommen von der Regelung sind laut Haus & Grund historische Geräte, die vor 1950 errichtet wurden. Auskunft über Bautyp und Hersteller gebe das Typenschild - meist auf der Rückseite des Ofens. Mithilfe dieser Daten könne jeder Besitzer über die Datenbank des Industrieverbandes Haus-, Heiz- und Küchentechnik Informationen wie Abgaswerte und Emissionsdaten abfragen.

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