HessenLand prüft Übernahme von Schlössern - kein Zeitdruck

Hessische Adelige wollen Kulturgüter abgeben. Geht das Land Hessen auf die Offerte ein?
Wiesbaden (dpa/lhe) - Das Land Hessen will sich bei der Entscheidung über die Zukunft der Adelsschlösser Zeit lassen. "Bei einem Projekt dieser Bedeutung gilt: Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit", sagte eine Sprecherin des Kunst- und Kulturministeriums der Deutschen Presse-Agentur.
Das Adelsgeschlecht Haus Hessen hat dem Land angeboten, Schlösser, Parks und Kunstsammlungen aus einer Stiftung "mit allen Rechten und Pflichten" zu übernehmen. Dazu zählen unter anderem das Schlosshotel Kronberg im Taunus und das Museum Schloss Fasanerie im osthessischen Eichenzell. Das Angebot werde "ergebnisoffen" geprüft, teilte das Ministerium rund vier Wochen nach Bekanntgabe der Offerte mit.
Zunächst müsse geprüft werden, "unter welchen rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Voraussetzungen" eine Übernahme möglich wäre. Welche Optionen dabei diskutiert werden, wurde nicht genannt: "Zum jetzigen Zeitpunkt können wir uns nicht zu Details äußern, ebenso wenig zum Zeitablauf."
Museumsdirektor: "Faires Angebot"
Der Direktor des Museums Fasanerie, Markus Miller, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Das ist wirklich ein faires Angebot." Weder in Kronberg noch in Eichenzell gebe es großen Sanierungsbedarf. Die Familie habe mit ihrer Stiftung in den vergangenen Jahren Millionen in das Schloss Fasanerie investiert. Das Schlosshotel Kornberg sei als Luxushotel naturgemäß ebenfalls in gutem Zustand.
Würde das Land Hessen der Eigentümer des Museums, wäre Millers Einschätzung nach "die Finanzierung langfristig gesichert". Er hofft zudem auf eine bessere personelle Ausstattung, hat aber Sorge, dass das Museum in einer großen Landesbehörde "untergehen" könnte.