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Hessen Hessens Polizei bekommt 1500 neue G38-Gewehre

Zwei Polizeibeamte präsentieren im Rahmen einer Anti-Terror-Übung eine mobile Übungsörtlichkeit für Farb- und Lasertraining. Foto: Arne Dedert

(Foto: Arne Dedert/dpa)

Bei den tödlichen Attentaten in Paris 2015 schießen die Terroristen mit Sturmgewehren auf ihre Opfer. Diese neue Dimension der Gewalt war auch für die hessische Polizei ein Signal, sich robuster aufzustellen.

Wiesbaden (dpa/lhe) - Für mehr Durchschlagskraft im Kampf gegen Terror und Schwerverbrecher wird die hessische Polizei mit 1500 neuen G38-Gewehren des Herstellers Heckler und Koch ausgestattet. Die Waffen sollen vom Frühjahr 2020 an ausgeliefert werden, wie das Innenministerium in Wiesbaden mitteilte. Nach den Worten eines Sprechers investiert Hessen zehn Millionen Euro, in dem Preis seien unter anderem Übungswaffen und Reinigungsutensilien miteingeschlossen.

Bei den Anschlägen etwa auf die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" und auf den Musikclub "Bataclan" 2015 in Paris hätten Terroristen mit Sturmgewehren auf Bürger und die Polizei geschossen, erläuterte Innenminister Peter Beuth (CDU) am Rande einer Anti-Terror-Übung am Freitag in Wiesbaden. "Auf diese neue Art der Bedrohung haben wir mit unserer Sicherheitsstrategie unmittelbar reagiert und unsere Polizei robuster ausgestattet und intensiv geschult."

Bereits im vergangenen Jahr seien 130 G36-Gewehre an die sechs Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten ausgeliefert worden, erklärte Beuth. Die G38-Gewehre für die hessische Polizei sollen so modifiziert werden, dass nur der gezielte Einzelschuss möglich ist, nicht das sogenannte Dauerfeuer. Heckler und Koch habe den Zuschlag nach einem europaweiten Vergabeverfahren bekommen.

Bei ihren Einsätzen sollen die Beamten künftig mit Hilfe der mobilen Version der Analysesoftware "hessenDATA" besser vernetzt werden. Die Handy-App "hessenDATA mobile" stehe bereits seit Mitte 2018 ersten operativen Einheiten zur Verfügung, teilte das Innenministerium mit. Nun liefen die Vorbereitungen für eine hessenweite Nutzung. Die Einheiten seien mit der App deutlich reaktionsschneller, um Terroristen oder Schwerstkriminelle effektiv zu bekämpfen, erläuterte Beuth.

Die Analyseplattform "hessenDATA" verknüpft bereits vorhandenes Wissen beispielsweise aus Polizeidatenbanken und bereitet es für die Polizei auf. Die Software wird unter anderem im Kampf gegen islamistische Gefährder eingesetzt.

Auch bei der Aus- und Fortbildung der hessischen Polizei kommt zunehmend moderne Technik zum Einsatz. Welche Taktik ist beispielsweise sinnvoll, wenn es in einem Gebäude zu Schusswechseln kommt? Das wird auch mit der Hilfe von Lasertechnik erprobt. Für Übungen mit verschiedenen Schusswaffen oder auch Elektro-Tasern gibt es einen mobilen Laser-Schießstand.

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