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Hessen In Hessen lässt es sich auch im Winter gut wandern

Ein geschmückter Weihnachtsbaum steht im Habichtswald.

(Foto: Uwe Zucchi/dpa)

Zu Fuß durch eisige oder verschneite Landschaften: Auch in der kalten Jahreszeit zieht es viele Wanderer in die Natur. In Hessen reicht das Angebot von Fackelwanderungen über Schneeschuhtouren.

Kassel/Schotten (dpa/lhe) - Der Schnee knirscht unter den Schuhen, der Frost überzieht die Natur mit weißem Glitzer: Wanderungen im Winter sind ein besonderes Erlebnis. "Wie im Allgemeinen wird auch das Wandern im Winter in Hessen immer beliebter", sagt Franziska Andree vom Deutschen Wanderverband mit Sitz in Kassel. Die Corona-Pandemie sei dafür eine Art Startschuss gewesen. "Beim Wandern kann man an der frischen Luft die Seele baumeln lassen und bekommt einen Schuss Vitamin D." Das sei besonders in der dunklen Jahreszeit wichtig, in der man nicht mehr so oft vor die Tür gehe.

Das Angebot in Hessen für Winterwanderer ist vielfältig. Geführte Touren gibt es etwa im Naturpark Vulkanregion Vogelsberg. So bieten die Städte Homberg (Ohm) sowie Amöneburg in Kooperation im Januar und Februar 2023 Winterwanderwochen an. "Darin werden unterschiedlich geführte Wanderungen angeboten", erläutert Ilka Schacht von der Vulkanregion Vogelsberg Tourismus GmbH. "Wir sind überrascht, wie groß der Zuspruch ist."

Ein besonderes Highlight sei auch eine Fackelwanderung für Erwachsene und Kinder, die am 30. Dezember zum Jahreswechsel auf dem Hoherodskopf bei Schotten stattfindet. Aber auch ohne Führung kommen Winterwanderer in dem Naturpark in Mittelhessen auf ihre Kosten. "Alle Wege lassen sich bei frostigem Wetter schön laufen", sagt Schacht. Bei Regen könne es natürlich hier und da mal etwas rutschig sein, da die Wege auch über unbefestigten Boden verlaufen, warnt sie. Bei Schnee wird Schacht zufolge ein Rundwanderweg ab dem Loipenhaus Taufstein auf drei Kilometern Länge gewalzt.

Ein besonderes Angebot gibt es derzeit im Naturpark Habichtswald in Nordhessen. Ein Märchen-Weihnachtsweg, der vom Besucherzentrum Herkules über den Aussichtsturm Elfbuchen wieder zurück zum Startpunkt führt, lädt dort noch bis zum Ende der hessischen Weihnachtsferien zu einer Entdeckertour auf den Spuren der Brüder Grimm ein.

Der 3,2 Kilometer lange Rundweg ist gesäumt mit 15 Weihnachtsbäumen, deren Baumschmuck von Kindern aus Kindergärten und Grundschulen in und um Kassel gebastelt wurde. "An jedem Baum steht eine Tafel mit einem Märchen der Brüder Grimm - bebildert, kindgerecht und in gekürzter Fassung", erklärt die stellvertretende Geschäftsführerin des Naturparks, Annika Ludolph.

Wie bereits 2020 wurde der Märchen-Weihnachtsweg, der mit Kinder- und Bollerwagen befahrbar ist, auch in diesem Jahr wieder als gemeinsames Projekt von Kassel Marketing und dem Zweckverband Naturpark Habichtswald eingerichtet. "Er ist auch in diesem Winter wieder sehr beliebt", sagt Ludolph. Ebenso wie die anderen Wanderwege im Habichtswald, die bei stabilen frostigen Verhältnissen gewalzt würden.

Rund 40 Kilometer präparierte Winterwanderwege finden Winterwanderer rund um Willingen im Landkreis Waldeck-Frankenberg. "Auch geführte Wanderungen von Willingen und den Nachbarorten aus sind im Angebot", sagt Martina Lohmann von der Tourist Information Willingen. Ein besonderes Angebot abseits der präparierten Wege ist das Schneeschuhwandern. "Es gibt geführte Touren. Wer sich aber lieber alleine auf den Weg machen will, kann die speziellen Schneeschuhe zum Unterschnallen auch leihen", berichtet Lohmann.

Abwechslungsreiche Touren gehören auch zum Programm des Upländer Winterwandertags, der in der Regel alle zwei Jahre stattfindet, wegen der Corona-Pandemie allerdings zwei Mal pausieren musste. Der nächste ist Lohmann zufolge für Januar 2024 geplant. Die dreitägige Veranstaltung sei sehr beliebt und locke zahlreiche Winterwanderfans nach Willingen.

Mystisch geht es im Naturpark Knüll zu. Der erst 2021 gegründete Naturpark in Nordhessen bietet seit Kurzem gleich 20 neue zertifizierte Premiumwanderwege, die auch im Winter zum Wandern einladen. Der leichte Rundweg "Schwan am Silbersee" etwa biete fabelhafte Ausblicke in die vom ehemaligen Braunkohletagebau geprägte Landschaft rund um den Silbersee, sagt Geschäftsführerin Katrin Anders. "Auch bei nebeligem Winterwetter lohnt sich die Runde – dann wirken Wald und ehemalige Bergbaulandschaft geheimnisvoll." Bei sonnigem, windstillem und klarem Winterwetter empfiehlt sie besonders den Fabelweg "Hoher Knüll". "Bei ausreichend Schnee lohnt es sich, den Schlitten mitzunehmen", rät Anders.

Quelle: dpa

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