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Hessen Insolvenzen bei Verbrauchern und Firmen sinken

Ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ist zu sehen. Foto: picture alliance / Monika Skolimowska/dpa/Symbolbild

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Wiesbaden (dpa/lhe) - Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen in Hessen ist im August deutlich gesunken. Insgesamt wurden 119 Insolvenzen beantragt, im August 2019 waren es noch 419 Verfahren gewesen, wie das Statistische Landesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Eine mögliche Erklärung für den signifikanten Rückgang könnte die geplante Reduzierung der Dauer bis zur Restschuldbefreiung von sechs auf drei Jahren sein, vermutete die Behörde. Derzeit laufe der Gesetzgebungsprozess. Eine Restschuldbefreiung ermöglicht einem Schuldner, nach Ablauf einer Wohlverhaltensperiode von den verbleibenden Insolvenzschulden befreit zu werden. Der Rückgang der Insolvenzen weise darauf hin, dass Verbraucher die Gesetzesänderung abwarten, bevor sie Insolvenzverfahren beantragen, so die Statistiker.

Auch die Anzahl an beantragten Unternehmensinsolvenzen ist im August deutlich auf 85 zurückgegangen. Im gleichen Monat des Vorjahres waren es laut Landesamt 147 gewesen. Von der Corona-Pandemie betroffene Unternehmen seien bis Ende September von der Pflicht zum Insolvenzantrag befreit gewesen, erläuterte das Landesamt.

Von den 85 beantragten Unternehmensinsolvenzen seien 58 Verfahren eröffnet und 27 mangels Masse abgewiesen worden. Bei den Verbraucherinsolvenzen wurden laut Landesamt 107 der 119 beantragten Verfahren eröffnet und 2 mangels Masse abgewiesen. In 10 Fällen wurde ein Schuldenbereinigungsplan angenommen.

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