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Hessen Keine Verfolgung? Geflüchteter klagt gegen BAMF-Entscheidung

Abdelkarim Bendjeriou-Sedjerari wartet vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt auf den Beginn seiner Verhandlung.

(Foto: Boris Roessler/dpa)

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Vor dem Frankfurter Verwaltungsgericht hat ein homosexueller Flüchtling aus Algerien gegen die Ablehnung seines Asyl-Folgeantrags durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geklagt. Der 35-jährige Abdelkarim Bendjeriou-Sedjerari hatte sich sowohl in den Medien als auch bei öffentlichen Veranstaltungen für die Rechte homosexueller Geflüchteter eingesetzt und über die Verfolgung von Homosexuellen in Algerien gesprochen.

Sein erster Asylantrag war im März 2020 abgelehnt worden. Damals hieß es zur Begründung, dass das Risiko für Homosexuelle in Algerien nicht so erheblich sei, dass von einer "flüchtlingsschutzrelevanten Verfolgung" auszugehen sei. Auch ein Folgeantrag nach einer Verhaftungswelle von Homosexuellen in Algerien im Jahr 2020 wurde vom BAMF abgewiesen.

"Ich will nicht mehr versteckt leben müssen", sagte Bendjeriou-Sedjerari vor Gericht. Sein Anwalt machte geltend, dass seit der Ablehnung des ersten Asylantrags in Algerien etwa 80 Homosexuelle festgenommen worden seien. Gerade angesichts der verstärkten Sichtbarkeit seines Mandanten sei ein Leben in Algerien mit der Gefahr von Gewalt oder Verhaftung verbunden. Eine Entscheidung des Gerichts wird in etwa zwei Wochen erwartet.

Quelle: dpa

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