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Hessen Medizindekan lobt Arbeit der Uni-Klinken in der Corona-Krise

Prof. Stefan Zeuzem, Direktor des Zentrums für Innere Medizin des Universitätsklinikums in Frankfurt am Main, gibt in seinem Büro ein Interview. Foto: Arne Dedert/dpa

(Foto: Arne Dedert/dpa)

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die Universitätskliniken haben sich nach Worten des neue Medizin-Dekans der Frankfurter Goethe-Uni in der Corona-Krise als "Rückgrat des deutschen Gesundheitswesens" bewiesen. Prof. Stefan Zeuzem ist Direktor des Zentrums für Innere Medizin und seit Mai Dekan des Fachbereichs. "Die deutsche Universitätsmedizin hat eine exzellente Performance geliefert", sagte der 61-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Dadurch habe man Zustände wie in Italien oder Frankreich verhindern können.

Die Corona-Pandemie sei ein "hervorragendes Beispiel dafür, was die enge Verzahnung von Krankenversorgung, Forschung und Lehre leisten kann". Die Pandemie habe aber auch den Beweis geliefert, "dass betriebswirtschaftliche Kriterien nicht die einzigen sind, die zählen. Aus Kostengründen hätten Wirtschaftsberater von Lagerhaltung abgeraten - die Folge sei zu wenig Schutzausrüstung. Aus Effizienzgründen seien Abteilungen und Gebäude zusammengelegt worden nun sei es schwer gewesen, Bereiche für Covid-19-Patienten abzutrennen. Wenn die Pandemie vorbei ist, "wird man darüber Diskussionen führen müssen".

Die Universitätsmedizin sei noch stärker unterfinanziert als andere Bereiche im Gesundheitswesen, sagte Zeuzem. Leistungen wie der Betrieb der Notaufnahme, die Facharzt-Ausbildung oder das Vorhalten spezieller Stationen etwa zum Infektionsschutz würden nicht genügend honoriert. Das Problem sei seit Jahren "bekannt, beklagt und bewiesen", sagte Zeuzem, "da muss jetzt was passieren". Baden-Württemberg unterstütze seine vier Universitätskliniken wegen ihrer Leistungen in der Corona-Krise mit 600 Millionen Euro. Von Hessen habe er diesbezüglich "noch nichts gehört", sagte Zeuzem.

Der Fachbereich Medizin an der Frankfurter Goethe-Universität ist mehr als 100 Professuren und rund 4200 Studierenden die größte Ausbildungsstätte für Mediziner in Hessen. Zeuzem selbst hat hier studiert. Er promovierte über ein chemisch modifiziertes Insulin und habilitierte sich mit einem Thema aus der Krebsforschung. 2002 bis 2007 lehrte er im Saarland, bevor er 2007 nach Frankfurt zurückkehrte. Seine Schwerpunkte sind Gastroenterologie, Lebererkrankungen und Tumore der inneren Organe.

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