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Hessen Mehr Platz auf der Straße für E-Scooter und Fahrräder

Ein Mann fährt mit einem E-Scooter auf einem Gehweg. Foto: Christoph Soeder/Archivbild

(Foto: Christoph Soeder/dpa)

Nach der Entscheidung des Bundesrats fordert Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir, dass Städte und Kommunen den Verkehrsraum neu aufteilen dürfen. Alleine in Frankfurt liegen zehn Anfragen von Unternehmen vor, die E-Scooter verleihen möchten.

Berlin/Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Städte und Gemeinden sollen auf ihren Straßen in Zukunft mehr Platz für E-Scooter und Fahrräder schaffen. Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) forderte am Freitag nach der Entscheidung des Bundesrats, E-Scooter im Straßenverkehr zuzulassen, den Verkehrsraum neu aufzuteilen. "Wir erleben seit Jahren einen Fahrradboom, nun kommt möglicherweise noch ein E-Scooter-Boom hinzu. Wenn diese beiden Entwicklungen als Infrastrukturangebot 80 Zentimeter breite Radwege vorfinden, wird das nicht gut gehen", sagte Al-Wazir in Berlin. Er sprach sich daher für eine fahrradfreundliche Novelle der Straßenverkehrsordnung aus.

Der Verkehrsminister begrüßte indes, dass die elektrischen Tretroller nicht auf Gehwegen fahren dürfen. Der TÜV-Verband bezeichnete die E-Scooter als wichtige Ergänzung im städtischen Verkehr und forderte von den Verkehrsbetrieben die Erlaubnis, die Roller in Bussen und Bahnen mitnehmen zu dürfen. In Frankfurt liegen inzwischen zehn Anfragen von Unternehmen vor, die einen Verleihbetrieb für die E-Scooter starten wollen. Der genaue Zeitpunkt dafür sei noch unklar, werde aber voraussichtlich schnell auf die absehbare Zulassung folgen, sagte ein Sprecher des Verkehrsdezernats. Einige der Unternehmen hätten angekündigt, mit bis zu 3000 Tretrollern starten zu wollen.

"Es ist mit einem Windhundrennen zu rechnen. Wer als erstes die Menschen von seiner App überzeugen kann, der wird auch das Geschäft machen", sagte Dezernatssprecher Hans Preißl. Zuletzt hatten Anbieter von Leihrädern für Ärger in der Stadt gesorgt, die Fahrzeuge standen herrenlos in Parks oder wurden untergegangen im Main gesichtet. Der Markt habe sich dann aber bereinigt, auch mit der Insolvenz eines der Anbieter, sagte Preißl. Ähnliches könne bei den E-Scootern geschehen.

Auf Anfrage erklärte das Berliner Unternehmen Tier, ab Juni in Frankfurt präsent sein zu wollen. Deutschlandweit sei eine fünfstellige Flotte geplant. "Die Scooter werden an verschiedenen zentralen Stellen stehen, unter anderem in der Nähe von Bahnhöfen, um Pendlern ein zusätzliches Angebot zum Weiterkommen zu machen", hieß es. Das Angebot solle nach und nach ausgeweitet werden, auch in Hessen. Der schwedische Anbieter Voi will bis Ende des Sommers in 30 Städten starten. Ob Frankfurt darunter ist, wurde nicht mitgeteilt.

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