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Hessen Mehr als 30.000 Schuldnerberatungen bei anerkannten Stellen

Kai Klose sitzt bei einer Pressekonferenz. Foto: Malte Glotz/VRM/dpa/Archivbild

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Wiesbaden (dpa/lhe) - In Hessen sind zuletzt jährlich mehr als 30.000 Fälle von Schuldnerberatungen für Verbraucher bei anerkannten Stellen erfasst worden. Die Zahl dürfte jedoch noch höher liegen, weil nicht alle dieser Schuldnerberatungsstellen Daten erheben, heißt es in einer Antwort von Sozialminister Kai Klose (Grüne) auf eine Anfrage der SPD. Zudem sei "Schuldnerberatung" kein gesetzlich geschützter Begriff und eine solche Dienstleistung könne in unterschiedlichen Formen angeboten werden. Bei den anerkannten Stellen wurden 2019 insgesamt 34.297 Beratungen erfasst, 2020 waren es rund 700 Fälle weniger. 2017 lag der Wert noch bei knapp 25.000.

Inwieweit im vergangenen Jahr die Corona-Pandemie mit hereinspiele, sei statistisch nicht erfasst. Einer Umfrage des Landkreistages zufolge sei 2020 in elf Landkreisen eine Steigerung der Beratungszahlen festgestellt worden, in zehn Landkreisen nicht. Eine weitere Entwicklung bleibe hier abzuwarten. Die in der Regel kostenfreie Beratung sei nötig, sollten Privatpersonen einen Antrag auf Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens stellen wollen.

Für die Zulassung von Gemeinden, Vereinen oder Unternehmen als anerkannte Schuldnerberatungsstellen sind die Regierungspräsidien in Kassel, Gießen und Darmstadt zuständig. Landesweit gibt es dem Sozialministerium zufolge knapp 70 dieser Einrichtungen.

Nach dem "Schuldneratlas 2020" der Wirtschaftsauskunftei Creditreform sind in Hessen etwa 520.000 Menschen überschuldet und können ihre Verbindlichkeiten nicht mehr zahlen.

© dpa-infocom, dpa:210809-99-774126/2

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