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Hessen Mehrere Verletzte bei Unwettern: Probleme im Bahnverkehr

Autos parken inmitten einer großen Pfütze, die sich nach einem starken Gewitter gebildet hatte. Foto: Frank Rumpenhorst

(Foto: Frank Rumpenhorst/dpa)

Umgestürzte Bäume, geflutete Straße: Bei Unwettern sind mehrere Menschen verletzt worden. In ein Stellwerk schlug der Blitz ein: Auch einen Tag nach den schweren Gewittern mussten Bahnreisende Wartezeiten hinnehmen - vor allem in Hessen und im Südwesten.

Offenbach (dpa/lhe) - Bei den starken Unwettern sind am Sonntag mehrere Menschen verletzt worden. Dies teilte die Polizei in Südhessen am Montag mit. Starkregen und Sturmböen richteten immense Schäden an. Im Kreis Offenbach berichteten Zeugen nach Polizeiangaben am Sonntag von einem Tornado. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) konnte dies zunächst nicht bestätigen und untersucht das Wetterphänomen. Auch der Wetterseite "tornadoliste.de" lagen zunächst keinerlei Erkenntnisse über einen Tornado in der Region vor.

Bahnpendler müssen auch am Montag in der Mitte und im Süden Deutschlands weiterhin mit Problemen rechnen. Wegen eines Blitzeinschlags in ein Stellwerk in Mörfelden-Walldorf (Kreis Groß-Gerau) werde der Fernverkehr zwischen Frankfurt/Main und Mannheim in beiden Richtungen voraussichtlich bis zum Nachmittag umgeleitet, sagte eine Bahnsprecherin am Morgen. Nachdem Züge zunächst eine Ausweichstrecke über Mainz-Bischofsheim und Worms fahren mussten, sei mittlerweile die Strecke der Main-Neckar-Bahn wieder befahrbar. Dadurch komme es zu Verspätungen von 30 Minuten.

Auch die Strecke zwischen Aschaffenburg und Hanau ist nach Bahnangaben wegen Oberleitungsstörungen gesperrt. Der Fernverkehr zwischen Frankfurt/Main und Würzburg werde deshalb in beiden Richtungen über Fulda umgeleitet. Es komme zu Verspätungen von 60 bis 100 Minuten, sagte die Sprecherin. Die Sperrung werde voraussichtlich noch bis Dienstagabend dauern.

Die Aufräum- und Reparaturarbeiten an dem Stellwerk in Mörfelden-Walldorf werden wohl erst am Nachmittag beendet sein. So lange hätten die Techniker vermutlich noch zu tun, hieß es.

Das heftige Unwetter schränkte auch den Flugverkehr am Frankfurter Flughafen ein. Um Personal und Reisende zu schützen, sei die Abfertigung auf dem Vorfeld vorübergehend eingestellt worden, sagte eine Sprecherin des Betreibers Fraport am Montag. Demnach wurden bis zum Sonntagabend 41 Flüge annulliert. Die meisten davon waren Inlandsflüge. Acht Flüge wurden der Sprecherin zufolge umgeleitet. Insgesamt waren nach Angaben des Flughafenbetreibers am Sonntag rund 1500 Starts und Landungen geplant gewesen.

Ein 34-Jähriger wurde bei Ginsheim-Gustavsburg (Kreis Groß-Gerau) in seinem Zelt von einem umgefallenen Baum getroffen, teilte die Polizei mit. Lebensgefahr bestehe nicht. Im Kreis Offenbach seien mehrere Menschen verletzt worden, genaue Angaben konnte die Polizei zunächst nicht machen. Bei Mörfelden-Walldorf droht ein Hochspannungsmast umzustürzen. Eine Bundesstraße musste deshalb gesperrt werden.

Die Gewitter waren am Sonntagabend von der Pfalz und Südhessen in Richtung Südosten gezogen. Auch am Montag sei im Süden und Südosten mit Gewittern und Starkregen zu rechnen, sagte ein DWD-Meteorologe.

Besonders stark von Unwettern betroffen war die Region um Mörfelden-Walldorf, wie die Polizei mitteilte und von chaotischen Zuständen sprach. Das Dach des Rathauses sei teilweise abgedeckt worden. Autos seien von umstürzenden Bäumen beschädigt worden. Ein Blitz schlug auch in eine Druckerei in Mörfelden-Walldorf ein und legte sie lahm, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" twitterte.

Auch in Mainz richtete das Unwetter Schäden an. Besonders betroffen war der Stadtteil Ebersheim. Dort waren zwei Menschen unter einem umgestürzten Baum eingeklemmt. Beide hatten Glück, sie wurden nicht allzu schwer verletzt. Ganz in der Nähe wirbelte der Wind ein Dach samt Gebälk durch die Luft. Die Ziegel trafen zwei Wohnhäuser und richteten erheblichen Sachschaden an. Auf dem Gelände eines Geflügelzucht-Vereins kippten Bäume um und zerstörten Käfige und Verschläge. Die Behörden zählten Dutzende Unwettereinsätze.

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