Regionalnachrichten

Hessen Menschlicher Schädel aus der Steinzeit gefunden

Der obere Teil eines Schädels aus der Steinzeit liegt freigelegt in einer Baugrube im nörldichen Stadtteil Harheim. Foto: Frank Rumpenhorst

(Foto: Frank Rumpenhorst/dpa)

Bevor die Bagger anrollen, müssen jeweils Archäologen das Gelände untersuchen. In Frankfurt landeten sie einen Volltreffer und fanden einen uralten Schädel. Dieser wirft allerdings viele Fragen auf.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Im Vorfeld von Bauarbeiten in Frankfurt ist ein menschlicher Schädel aus der Steinzeit gefunden worden. Dabei handelt es sich um den Oberschädel von vermutlich einem der ersten Menschen, die in Frankfurt sesshaft wurden und Landwirtschaft betrieben haben. "Es werden zahlreiche Untersuchungen folgen, die Alter, Geschlecht und Herkunft der Person klären sollen", sagte die Leiterin des Frankfurter Denkmalamtes, Andrea Hampel, bei der Bergung des Schädels am Dienstag. Keramikfunde in der Grube ließen darauf schließen, dass der Schädel aus der Zeit um 4800 vor Christus stammt. Damit sei es das erste Skelettteil aus dieser Zeit, das in Frankfurt gefunden wurde.

Laut Mitteilung der Stadt wurde der Kopf vom Körper abgetrennt, der Unterkiefer entfernt und der Schädel aus bislang unbekannten Gründen absichtlich deponiert. Dies sei ungewöhnlich, da Tote grundsätzlich auch in der Steinzeit auf Friedhöfen beerdigt worden seien. "Allerdings gab es Ausnahmen", sagte Hampel. An dem Schädel solle auch untersucht werden, wie er vom Kopf abgetrennt worden sei.

Auf dem Grundstück im Stadtteil Harheim sollen drei Reihenhäuser und acht Doppelhaushälften gebaut werden. Bei der gesetzlich vorgeschriebenen archäologischen Grabung vor Baubeginn wurden auch unter anderem Siedlungen aus der Steinzeit gefunden. Eine hiervon stammt etwa aus dem Jahr 5500 vor Christus, als Zuwanderer aus Mesopotamien sich als erste Menschen in Frankfurt dauerhaft niederließen. Mit dieser neuen Sesshaftigkeit lösten sie die Lebensweise der Jäger und Sammler ab.

Newsticker