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Hessen NS-Vergangenheit von Trägern der Goethe-Plakette beleuchtet

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Wiesbaden (dpa/lhe) - Sie wurden vom Land geehrt, doch wies ihre Vergangenheit Flecken auf? Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst lässt die NS-Vergangenheit von Trägerinnen und Trägern der seit 1949 vom Land vergebenen Goethe-Plakette untersuchen. Nach Angaben des Ministeriums vom Mittwoch soll festgestellt werden, ob Ausgezeichnete NSDAP-Mitglied waren und inwieweit sie im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung gewirkt haben.

"Als der damalige Kultusminister Erwin Stein 1949 zum 200. Todestag des Geheimrats die erste Goethe-Plakette vergab, glaubte man sich in der "Stunde Null"", sagte Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne). Aus heutiger Sicht sei es wahrscheinlich, dass einige Preisträger zwischen 1933 und 1945 auch Schuld auf sich geladen hätten.

"Alle Trägerinnen und Träger der Plakette, die vor 1928 geboren wurden, wollen wir uns deshalb genauer anschauen - rund die Hälfte der insgesamt 240 Menschen, die bis heute die Plakette erhalten haben", so Dorn. Dabei sei wichtig, "dass es nicht um reines Schwarz und reines Weiß gehen kann", sagte die Ministerin. "Es gab auch Parteimitglieder, die zwar brav ihren Mitgliedsbeitrag zahlten, aber kein weiteres Engagement zeigten, vielleicht sogar jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger zu schützen versuchten oder ihnen zur Flucht verhalfen. Andere spielten als Funktionäre, als Aktivisten und Unterstützer eine aktive Rolle im NS-System."

© dpa-infocom, dpa:211201-99-212466/2

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