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Hessen Nach Attacke mit Fleischerbeil sagt verletzte Ehefrau aus

Eine Ausgabe des Strafgesetzbuchs und der Strafprozessordnung stehen in einem Gerichtssaal.

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild)

Darmstadt (dpa/lhe) - Nach der Attacke mit einem Fleischerbeil hat am Freitag die bei der Tat schwer verletzte Ehefrau des Angeklagten vor dem Landgericht Darmstadt ausgesagt. Die Frau wurde über Video vernommen, um eine Retraumatisierung durch Kontakt zum Angeklagten zu vermeiden. Beide hätten 1977 geheiratet, aber schon bald habe er sie bedroht, geschlagen und kontrollieren wollen, sagte die Frau. Ihr wurde bei der Attacke Ende August 2021 in Obertshausen fast der rechte Unterschenkel abgetrennt. In dem Verfahren ist ein 59-jähriger Syrer wegen versuchten Mordes angeklagt.

Schon in Syrien habe er gedroht, sie zu entstellen, falls sie sich scheiden lasse, sagte die Frau. 2015 floh der Angeklagte mit dem jetzt 19 Jahre alten Sohn nach Deutschland. Die Ehefrau kam mit einem jetzt 27 Jahre alten Sohn nach. Sie zog 2020 in ein Frauenhaus.

Am Tattag wollte die Geschädigte Freunde auf einer Feier besuchen und traf gegen 14.15 Uhr im Bahnhof Obertshausen ihren Mann, der vermutlich von der Feier wusste. "Wie ein Tier ist er auf mich losgegangen", schilderte die Geschädigte. Die auf dem Boden liegende 45-Jährige konnte einer Frau noch mitteilen, dass der Täter ihr Mann war. Dann sei sie bewusstlos geworden und erst wieder in einer Klinik aufgewacht.

Der Angeklagte hatte am ersten Verhandlungstag gestanden, dass er seine Frau entstellen wollte, eine Tötungsabsicht hatte er bestritten. Wegen der Verletzungen war die Geschädigte neun Monate in Kliniken und Reha und wurde neun Mal operiert. Sie kann nur noch mit einer Schiene am rechten Bein laufen. Der Prozess wird kommenden Dienstag fortgesetzt.

Quelle: dpa

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