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Hessen Neue Coronavirus-Patienten in Hessen haben kaum Symptome

Das Klinikum Wetzlar, in dem ein Coronavirus-Patient behandelt wird. Foto: Malte Glotz/VRM/dpa

(Foto: Malte Glotz/VRM/dpa)

In Hessen gibt es drei bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Den beiden neuen Patienten aus dem Hochtaunuskreis und Gießen soll es recht gut gehen.

Bad Homburg (dpa/lhe) - Die zwei neuen Coronavirus-Patienten in Hessen haben kaum körperliche Beschwerden. Der 29-Jährige aus dem hessischen Hochtaunuskreis, bei dem der Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen wurde, weise so gut wie keine Symptome auf, sagte die Leiterin des Gesundheitsamtes des Kreises, Birgit Lindenthal, am Samstag in Bad Homburg. Der 24-Jährigen aus Gießen gehe es ebenfalls recht gut, teilte ein Sprecher des Landkreises Gießen am Samstag mit. "Sie hat nur sehr milde Symptome." Beide Fälle waren am Freitag bekannt geworden.

In Hessen gibt es damit bislang drei bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Der am Donnerstag bekannt gewordene Fall des 31-Jährigen aus dem Lahn-Dill-Kreis war der erste in Hessen - abgesehen von Rückkehrern aus dem chinesischen Wuhan, die auf dem Frankfurter Flughafen gelandet und dort getestet worden waren. Nach seiner Dienstreise in der Lombardei meldete er sich nach seiner Rückkehr in Wetzlar beim Gesundheitsamt. Der Mann wird dort im Klinikum in einem Isolierzimmer behandelt. Sein Gesundheitszustand sei stabil, er sei nicht schwer erkrankt, sagte Landrat Wolfgang Schuster (SPD) am Freitag.

Der 29-Jährige aus dem Hochtaunuskreis war der zweite Fall, der öffentlich wurde. Am Samstagmorgen sei mit ihm telefoniert worden. "Ihm geht es sehr gut", sagte Lindenthal. Deshalb sei er nicht im Krankenhaus, sondern befinde sich isoliert bei sich zu Hause und werde eng überprüft. Seit Montag sei der Mann vorsorglich in seiner Wohnung geblieben, also auch weder zur Arbeit noch zum Karneval gegangen. "Das war sehr vorbildlich", sagte Lindenthal. Der 29-Jährige lebe allein.

Offenbar habe er sich auf einer Dienstreise in Norditalien angesteckt, erklärte die Expertin. Der Fall des Mannes steht damit nach Angaben der Verantwortlichen in klarem Zusammenhang mit dem ersten hessischen Coronavirus-Infizierten aus dem Lahn-Dill-Kreis. Sie seien Kollegen und mit einer Gruppe in Norditalien gewesen. Es habe sich um "mehrere Menschen" gehandelt. Alle seien bekannt, befänden sich in Isolation und würden untersucht.

Der 29-Jährige habe drei Kontaktpersonen, die ebenfalls häuslich isoliert seien. Diese drei Menschen wiesen zwar keine Symptome auf, würden aber weiter betreut und regelmäßig untersucht. Der junge Mann, der sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt hat, bleibe mindestens zwei Wochen in Quarantäne und werde in regelmäßigen Abständen untersucht. Der Landrat des Hochtaunuskreises, Ulrich Krebs (CDU), sagte am Samstag, es bestehe Anlass zur Vorsicht, aber kein Anlass zu akuter Sorge. "Wir sind vorbereitet."

Bei dem dritten Fall handelt es sich um eine 24 Jahre alte Frau in Gießen. Der Landkreis teilte am Freitagabend mit, dass auch sie positiv auf das Virus getestet worden sei. Sie weise ebenfalls keine schweren Symptome auf.

Nach Angaben des Landkreises Gießen ist sie Studentin, die seit Längerem nicht mehr die Hochschule besucht habe. Sie schreibe derzeit ihre Bachelorarbeit, außerdem seien Semesterferien. Sie habe sich in Nordrhein-Westfalen bei einer Fastnachtsfeier im Kreis Heinsberg angesteckt. Am Freitag habe sich beim Gesundheitsamt gemeldet und sei daraufhin untersucht worden. "Sie hat genau richtig gehandelt", sagte Landrätin Anita Schneider (SPD) in Gießen. Sie befinde sich gemeinsam mit ihrem Mitbewohner in häuslicher Quarantäne. Ihr Mitbewohner soll nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht infiziert sein.

Die 24-Jährige habe zwölf Kontaktpersonen. Alle seien bekannt und in Isolation, hieß es. Sechs stammen demnach aus Hessen, der Rest aus anderen Bundesländern.

Bevor die drei Fälle in Hessen aufgetreten sind, hatte die Bundeswehr Anfang Februar 126 Deutsche und ihre Angehörigen mit einer Sondermaschine aus der stark vom Coronavirus betroffenen Millionenmetropole Wuhan in China zurückgeholt. Bei zwei Rückkehrern wurde anschließend Sars-CoV-2 festgestellt. Sie wurden in die Uniklinik Frankfurt gebracht und dort Mitte Februar wieder entlassen. Die anderen Rückkehrer mussten zwei Wochen in Quarantäne in einer Bundeswehrkaserne in Germersheim in Rheinland-Pfalz verbringen.

Deutschlandweit mehren sich die Fälle von Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Die meisten Betroffenen haben nur leichte Erkältungssymptome mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine. Doch 15 von 100 Infizierten erkranken laut Robert Koch-Institut (RKI) schwer. Dann drohen Atemprobleme oder eine Lungenentzündung.

Lindenthal erinnerte daran, dass man sich regelmäßig mit Seife die Hände waschen und in die Armbeuge niesen oder husten solle. Wenn Symptome wie Husten und Schnupfen auftreten, sei es ratsam, große Menschengruppen zu meiden und am besten nicht zur Arbeit, sondern zum Hausarzt zu gehen.

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