Regionalnachrichten

Hessen Opfer berichtet in Falk-Prozess von Bedrohung und Erpressung

Justitia mit Holzhammer und Aktenstapel. Foto: Volker Hartmann/Archivbild

(Foto: Volker Hartmann/dpa)

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Im Prozess gegen Alexander Falk wegen Anstiftung zum Mord hat ein Anwalt über monatelange Bedrohung und Erpressung berichtet. Bei dem 55-jährigen Zeugen handelt es sich um das Opfer des Auftrags, den Falk laut Staatsanwaltschaft erteilt haben soll. Der Mann, der am Donnerstag vor dem Landgericht Frankfurt aussagte, wurde im Februar 2010 in Frankfurt von bisher unbekannten Tätern mit einem Schuss in den Oberschenkel verletzt. Schon zuvor habe er zuhause anonyme Anrufe erhalten, auch die Tür seines Wohnhauses sei eingeschlagen worden, sagte der Anwalt.

Falk, Erbe des Stadtplan-Verlags Falk, soll einen Mittelsmann in einem Hamburger Restaurant mit der Ermordung des Juristen beauftragt haben. Falk hatte die Vorwürfe zu Prozessbeginn bestritten. Der angeschossene Anwalt arbeitete an einer Millionenklage gegen den 50-Jährigen, der nach dem Verkauf des Stadtplan-Verlags in Internetunternehmen investiert hatte und zeitweise als einer der hundert reichsten Deutschen galt. Auch um Pfändungen ging es, darunter Bankkonten, zwei Yachten und Grundstücke, die Falk gehörten.

Der Anwalt sagte vor Gericht, in den Monaten vor dem Schuss auf ihn sei versucht worden, in sein Haus einzudringen, indem das Esszimmerfenster aufgehebelt werden sollte. Dies sei gescheitert. Als dann nachts die Haustür mit einem Vorschlaghammer eingeschlagen wurde, sei er sich sicher gewesen, dass es eine Verbindung zu dem Verfahren Falk gebe, das er maßgeblich betreut habe. "Das war alles nur, um mich einzuschüchtern", sagte der Anwalt. Die Botschaft sei gewesen, dass er den Fall niederlegen solle.

Newsticker