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Hessen Prozess: Eltern sollen Tochter aus Schule entführt haben

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

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Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Entziehung Minderjähriger und sexueller Missbrauch: Seit Donnerstag müssen sich ein 52-Jähriger und seine 44 Jahre alte Lebensgefährtin deswegen vor dem Landgericht Frankfurt verantworten. Der Anklage zufolge soll der Mann seine Stieftochter zwischen 2010 und 2017 in 16 Fällen sexuell missbraucht haben. Das Mädchen war damals zwischen 10 und 16 Jahre alt.

Als dem Paar daraufhin auch das Sorgerecht für die jüngere Tochter entzogen worden war, sollen die Angeklagten die Zwölfjährige im November vergangenen Jahres mit Gewalt aus der Schule entführt und bei einer Verwandten untergebracht haben. Am Abend des selben Tages konnte das Mädchen aber wieder in Obhut des Jugendamtes gegeben werden.

Am ersten Verhandlungstag räumte der Angeklagte lediglich den Vorfall an der Schule ein, bei dem allerdings keine Gewalt angewendet worden sei. Die sexuellen Übergriffe auf die ältere Stieftochter bestritt der Mann und bezichtigte die junge Frau der Lüge. Immer wenn sie sich über etwas geärgert habe, seien derartige Geschichten erzählt worden. Die Frau soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Zeugenstand vernommen werden. Die Jugendstrafkammer hat bislang sechs Verhandlungstage bis Ende August terminiert.

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