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Hessen Prozess gegen Salafisten-Trio eröffnet

Die Außenfassade des Land- und Amtsgerichtes. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa/Archivbild

(Foto: Fredrik von Erichsen/dpa/Archivbild)

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Weil sie mit Geld vom Job-Center salafistische Anschläge vorbereitet haben sollen, haben sich seit Freitag drei Männer mit deutscher Staatsangehörigkeit vor dem Landgericht Frankfurt zu verantworten. Die Anklage legt den 32 Jahre alten Zwillingsbrüdern aus Wiesbaden und Frankfurt sowie dem zehn Jahre jüngeren Offenbacher Terrorismus-Finanzierung zur Last. Am ersten Verhandlungstag wurden jedoch nur die Personalien der Männer erörtert. Nachdem das Landeskriminalamt kurz vor Prozessbeginn noch umfangreiche Abhörprotokolle nachgereicht hatte, beschloss die Staatsschutzkammer, die Anklage erst am 2. März verlesen zu lassen. Bis dorthin sollen die Prozessbeteiligten Gelegenheit haben, die neuen Akten durchzuarbeiten. (AZ 6160 Js 200625/19)

Dem Ermittlungsergebnis zufolge sollen die Männer mit 1600 Euro, die sie zur Anmietung einer Wohnung vom Job-Center erhalten hatten, in Verhandlungen über den Kauf einer Kalaschnikow-Pistole getreten sein. Darüber hinaus sollte ein Fahrzeug gemietet werden, um einen Selbstmordanschlag verüben zu können. Laut Anklage sollten Polizeibeamte in einen Hinterhalt gelockt werden, um deren Dienstwaffen zu erbeuten. Danach seien weitere Anschläge auf "Ungläubige" geplant gewesen. Schließlich sollen sie jedoch von der Anmietung des Wagens und dem Kauf der Waffe Abstand genommen haben.

Die Staatsschutzkammer hat sich auf einen umfangreichen Prozess mit vorerst 32 Fortsetzungsterminen bis Anfang August dieses Jahres eingestellt.

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