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Hessen Prozess nach A49-Protesten: Tritt gegen Polizisten

Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

(Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild)

Alsfeld (dpa/lhe) - Nach den teils heftigen Protesten gegen den Weiterbau der Autobahn 49 im Dannenröder Forst kommt es zu einem ersten größeren Strafprozess: Eine Frau muss sich von 25. Mai an unter anderem wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte vor dem Amtsgericht Alsfeld verantworten.

Die Frau soll in mehreren Metern Höhe nach einem Polizisten getreten haben, der während der Räumung von Protestcamps in dem Waldstück nahe Homberg/Ohm im Einsatz war. Ihre Identität ist nach Angaben des Amtsgerichts unbekannt. Nach dem Vorfall Ende November vergangenen Jahres war die Frau festgenommen worden und sitzt derzeit in Frankfurt in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind zunächst fünf Verhandlungstermine angesetzt.

Im Dannenröder Forst sowie im nahe gelegenen Maulbacher Wald und im Herrenwald bei Stadtallendorf (Landkreis Marburg-Biedenkopf) waren Bäume für den Weiterbau der Autobahn gefällt worden. Dagegen protestierten Umwelt- und Klimaschützer, die vor allem im Dannenröder Forst Baumhäuser und zahlreiche Barrikaden errichteten, die im vergangenen Herbst schrittweise von der Polizei geräumt wurden. Dabei kam es auch immer wieder zu Zwischenfällen.

So war ein zweibeiniges Gestell aus Baumstämmen in Richtung Polizisten gestürzt. Da der Verdacht bestand, dass zuvor ein Seil vorsätzlich gelöst wurde, leitete die Staatsanwaltschaft Gießen Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdelikts ein. In dem Zusammenhang wurde eine Person gesucht, die nach wie vor flüchtig ist, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen am Freitag sagte. Die Beamten hatten bei dem Vorfall gerade noch ausweichen können und waren unverletzt geblieben. Auch wegen mehrerer mutmaßlicher Brandstiftungen im Zusammenhang mit dem Verkehrsprojekt gab es Ermittlungen.

Die A49 soll einmal Kassel und Gießen direkter miteinander verbinden. Während die Aktivisten das Verkehrsprojekt im Widerspruch zu einer umweltfreundlichen Verkehrswende sehen, erhoffen sich die A49-Befürworter sich weniger Verkehrs- und Lärmbelastung in den Dörfern der Region und eine bessere Anbindung für Pendler.

© dpa-infocom, dpa:210423-99-322275/2

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