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Hessen Prozessauftakt nach Brandstiftung in Mehrfamilienhaus

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(Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild)

Fulda (dpa/lhe) - Ein 50 Jahre alter Mann muss sich seit Donnerstag wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Fulda verantworten. Der Mann soll am 20. Oktober 2018 seine Wohnung in Nüsttal-Morles (Kreis Fulda) mit flüssigem Grillanzünder in Brand gesteckt haben, obwohl sich die Hauseigentümerin mit ihren drei und fünf Jahre alten Töchtern im Obergeschoss aufhielt. Die Staatsanwaltschaft legt dem gelernten Bäcker mit deutscher Staatsangehörigkeit versuchten Mord aus Heimtücke zur Last. (142 Js 20220/18)

Vor Gericht räumte der Angeklagte Brandstiftung ein. In dem Prozess geht es nun vor allem darum, ob ihm klar war, dass sich die Hauseigentümerin mit ihren Töchtern zur Tatzeit im Obergeschoss aufhielt. Mitarbeiter der angrenzenden Pizzeria hatten die Familie in letzter Minute mit einer Leiter durch ein Fenster gerettet, da das Treppenhaus bereits völlig verraucht gewesen und unpassierbar geworden war.

Der Angeklagte sagte, er sei davon ausgegangen, dass die Familie das Haus durch die Terrassentür hätte verlassen können. Er habe nicht darüber nachgedacht, dass auch der aufsteigende Rauch gefährlich sei. Als Motiv für die Tat nannte er Verzweiflung über einen Wasserschaden, der die Decke in Bad und Schlafzimmer einstürzen ließ. Tagelang habe er den Schutt beseitigt und befürchtet, dass weitere Räume in dem maroden Haus einstürzen könnten. Er sei in Depressionen verfallen, habe zu trinken begonnen und schließlich ein Gartenkissen in seiner Wohnung mit flüssigem Grillanzünder übergossen und angezündet. Dann sei er in die Pizzeria gegangen und habe gesagt, dass es brenne.

Das Gericht will die genauen Umstände der Tat in sieben Verhandlungstagen klären. Mit einem Urteil ist demnach am 27. August zu rechnen.

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