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Hessen Radioaktiver Becher auf Flohmarkt: Strahlenschutzbehörde

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Wehrheim (dpa/lhe) - Strahlenbelastung auf dem Verkaufstisch: Eine Frau hat bei einem Bummel über einen Flohmarkt in Wehrheim (Hochtaunuskreis) einen mit radioaktiven Stoffen besetzten Becher erstanden. Sie habe die Gefahr glücklicherweise schnell erkannt und die zuständige Strahlenschutzbehörde informiert, wie das Regierungspräsidium in Darmstadt am Dienstag mitteilte. Bei dem Gefäß handele es sich um einen sogenannten Radiumtrinkbecher, wie sie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hergestellt worden seien. Das darin enthaltene Radium löse sich beim Einfüllen von Getränken und es entstehe ein radioaktives Edelgas, das beim Trinken mit in den Körper aufgenommen werde.

Früher habe man solchen Trinkgefäßen eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt, teilte das Regierungspräsidium mit. Deshalb seien solche Becher auch in großen Stückzahlen verkauft worden. In einem Abstand von einem Meter sei die Strahlung fünf Mal so hoch wie die natürliche Umgebungsstrahlung. Viel gefährlicher sei allerdings, dass beim Trinken radioaktive Stoffe direkt aufgenommen werden. Die Gefahr verringere sich nicht durch das Alter der Gefäße. Der enthaltene Stoff Radium 226 habe eine Halbwertszeit von 1600 Jahren. Es sei davon auszugehen, dass noch zahlreiche solcher Becher irgendwo in Kellern, auf Dachböden oder als Ziergegenstände herumstehen.

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