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Hessen SPD-Fraktion fordert Landarztquote bei Medizinstudienplätzen

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Wiesbaden (dpa/lhe) - Mit einer Landarztquote bei Hessens Medizinstudienplätzen will die oppositionelle SPD-Fraktion im Landtag die medizinische Versorgung verbessern. In ländlichen Regionen sei es schon heute vielerorts nicht mehr selbstverständlich, in erreichbarer Nähe zum Wohnort einen Hausarzt zu finden, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin Daniela Sommer am Montag in Wiesbaden. Schon jetzt gebe es 300 unbesetzte Arztstellen, in den kommenden zehn Jahren gingen 60 Prozent der Hausärzte in den Ruhestand.

Laut der Forderung der SPD-Fraktion sollten zehn Prozent der Medizinstudienplätze für Bewerber reserviert werden, die sich verpflichten, nach erfolgreichem Abschluss mindestens zehn Jahre als Hausarzt zu praktizieren. Und zwar in einer Region, in der Mangel herrscht oder die von Mangel bedroht ist. Hält sich der Mediziner nicht an die Abmachung, drohe eine Vertragsstrafe von 250 000 Euro.

Anreize bei der Studienplatzvergabe gibt es bereits, etwa in Nordrhein-Westfalen: Das Interesse an den dortigen Medizinstudienplätzen nach Landarztquote war ein Jahr nach der Einführung bereits sprunghaft gestiegen. Bei den Bewerbungen zum Sommersemester 2020 kamen auf jeden der 25 noch verfügbaren Plätze 16 Anträge. Anders sieht es in Bayern aus: Kurz vor Ende der Frist am 28. Februar sind dort bislang weniger Bewerbungen für die neue Landarztquote eingetrudelt, als es Plätze gibt.

Der gesundheitspolitische Sprecher der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Ralf-Norbert Bartelt, verwies darauf, dass die Landesregierung bereits in ihrem Koalitionsvertrag die Einführung einer Landarztquote vereinbart habe.

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