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Hessen Schausteller blicken optimistisch aufs Weihnachtsgeschäft

Besucher schlendern über den Märchenweihnachtsmarkt auf dem Friedrichsplatz.

(Foto: Uwe Zucchi/dpa/Archivbild)

Nach zwei Jahren Pandemie öffnen die Weihnachtsmärkte in Hessen ohne größere Einschränkungen. Doch die hohe Inflation belastet die Geschäfte der Schaustellerinnen und Schausteller.

Frankfurt (dpa/lhe) - Corona-Pandemie, Energiekrise und Inflation: Trotz schwieriger Rahmenbedingungen starten hessische Schaustellerinnen und Schausteller optimistisch in das Weihnachtsgeschäft. "Die Menschen werden kommen. Sie möchten ja endlich wieder einen normalen Weihnachtsmarkt erleben, nachdem zwei Jahre gar nichts war", sagte Schausteller Joachim Rodewald aus Kassel. Der Landesverband für Markthandel und Schausteller betont, Besucher von Weihnachtsmärkten müssten sich keine Sorgen machen, dass es ähnlich starke Preiserhöhungen wie bei Gas- oder Stromabschlägen oder an Tankstellen geben könnte.

Laut Roger Simak, Geschäftsführer des Landesverbands, sind die Preise, zu denen Hersteller ihre Produkte an Schausteller und Co. verkaufen, immer noch hoch. Allerdings könne man inzwischen eine leichte Entspannung feststellen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verlangsamte sich der Anstieg der Erzeugerpreise im Oktober deutlich. Gegenüber dem Vormonat sanken sie sogar. "Wir sehen gerne jeden Silberstreif am Horizont", sagte Simak.

Bei den meisten Verbandsmitgliedern seien allerdings die Rücklagen durch den Corona-Stillstand aufgebraucht und nicht wieder aufgebaut. "Dennoch sind wir alles in allem zuversichtlich, dass unzumutbare Preisanpassungen vermieden werden können", erklärte der Verbandsgeschäftsführer. Angesichts hoher Energiepreise versuchen Schaustellerinnen und Schausteller, den Verbrauch zu verringern. Inzwischen seien fast alle Lichter, Strahler, Leuchten auf LED-Technik umgerüstet, berichtete Simak.

Der Verbandsgeschäftsführer erwartet, dass die Strompreiserhöhungen voraussichtlich erst im kommenden Jahr vollständig durchschlagen werden. "Meist bestehen noch Festpreisregelungen, die aber zum Jahresende auslaufen", erläuterte er. Zum Jahreswechsel sei bereits teilweise eine Verdopplung der Energiepreise angekündigt worden.

In Kassel betreibt Schausteller Joachim Rodewald drei Stände, die Christbaumschmuck anbieten. Preiserhöhungen merke er vor allem bei Stofftüten und Propangasflaschen. "Das Gas ist schon deutlich teurer geworden", sagte der Schausteller. "Wir mussten die Preise natürlich geringfügig anpassen." Im Durchschnitt zahlen die Besucherinnen und Besucher knapp einen Euro mehr pro Christbaumornament.

Ganz ohne Preiserhöhung geht es auch auf dem Limburger Weihnachtsmarkt am Waffel- und Crêpestand bei Thorsten Behr nicht. "Ja selbstverständlich geht die Teuerungsrate auch nicht an uns vorbei", sagte er. Gerade die Kosten für Milch, Eier sowie Mehl seien stark gestiegen. Deshalb müssen Besucherinnen und Besucher auch mit Preiserhöhungen von 10 bis 25 Prozent an seinem Stand rechnen. "Ich scheue mich aber, die Steigerung 1:1 an die Kunden weiterzugeben", erklärte Behr. Eine Waffel koste jetzt statt zwei Euro ungefähr 2,50 Euro.

Auch wenn Behr die Preissteigerungen nicht vollständig an seine Kunden weitergibt, hofft er, dass sich das Weihnachtsmarktgeschäft lohnt. "Ich werde zwar weniger verdienen, aber hoffentlich meine Kundschaft behalten."

Quelle: dpa

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