Regionalnachrichten

Hessen Theater und Artenschutz-Zentrum: Pläne für Zoo vorgestellt

dpa_Regio_Dummy_Hessen.png

Im Frankfurter Zoo sollen nach dem Willen des Stadt gleich zwei neue Aushängeschilder entstehen: Ein Kinder- und Jugendtheater im Zoo-Gesellschaftshaus und ein Arten- und Naturschutz-Zentrum in einem fünfgeschossigen Neubau. Der Weg dahin ist noch lang und teuer.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die Stadt Frankfurt will ein marodes historisches Gebäude am Frankfurter Zoo zu einem Kinder- und Jugendtheater umbauen. Das sogenannte Zoo-Gesellschaftshaus eigne sich hervorragend für diesen Zweck und müsse sowieso saniert werden, begründete Kulturdezernentin Ina Hartwig ihren Vorschlag. Damit reagiere Frankfurt auf einen enormen Bedarf nach so einem Angebot, den die privaten Theater bisher nicht decken können.

Das im Koalitionsvertrag vereinbarte neue Kinder- und Jugendtheater soll nach Vorstellung der Dezernentin 500 Plätze, mehrere Sparten und ein eigenständiges Programm haben, aber auch Kooperationen mit Theatern in der Stadt und der Region eingehen können. Gerade in einer "Einwanderungsstadt" wie Frankfurt mit wachsender Bevölkerung sei es wichtig, Angebote zu machen, die unter anderem den Spracherwerb und die Ausdrucksfähigkeit unterstützten, so Hartwig. "Es ist ein hervorragendes Angebot um Kinder früh positiv zu prägen." Die neue Einrichtung solle "Werkstattcharakter" haben und Kinder zum Mitmachen einladen.

Der klassizistische Bau ist das zentrale Gebäude, auf das Zoobesucher auf dem Weg zum Haupteingang zugehen. Momentan sind dort unter anderem die Zooverwaltung und das Fritz Rémond Theater untergebracht. Beide sollen nach dem Umbau nach den Planungen dort weiter ihren Platz finden.

Auf der anderen Seite des Zoos, dem Osteingang, soll nach dem Willen der Stadt eine weiteres mögliches neues Aushängeschild Frankfurts für den Naturschutz entstehen: Ein "Conservation Centre" für Biodiversität und Artenschutz. In Frankfurt ansässige Organisationen wie die Zoologische Gesellschaft, die Universität oder das Senckenberg-Institut sollen sich in dem geplanten fünfstöckigen modernen Neubau vernetzen und gemeinsame Projekte vorantreiben können. Es solle auch eine Brücke zwischen der Forschung und dem aktiven Naturschutz bauen, sagte Michael Brombacher von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt.

Die Frankfurter Gremien wie die Stadtverordnetenversammlung müssen den Plänen noch zustimmen, dann soll es einen Architektenwettbewerb für die Entwürfe geben.

Zuerst soll das Conservation Centre nach dem Willen der Verantwortlichen so schnell wie möglich fertig gestellt werden: Baustart könnte 2021 sein, die Bauzeit werde auf etwa zwei Jahre geschätzt, sagte der Geschäftsführer des städtischen Projektentwicklers, der MBF GmbH, Andreas Schröder. Ist das Conservation Centre fertig, soll es nach der favorisierten Planung als Ausweichquartier für die Zooverwaltung dienen, während das Gesellschaftshaus saniert wird. Diese könnte nach vorsichtiger Schätzung der Verantwortlichen 2023 starten, die Bauzeit wird auf drei Jahre geschätzt.

Die Kosten für das Bürogebäude liegen nach den Planungen zwischen 19,5 und 22,5 Millionen, der Umbau des denkmalgeschützten Gesellschaftshauses zu unter anderem einem Theater könnte 48 bis 52 Millionen kosten. Dabei fielen 35 bis 38 Millionen für die Grundsanierung an, die sowieso notwendig sei, so die Dezernentin.

Newsticker