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Hessen Toter Säugling in Müllsack: DNA-Reihentest geplant

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Büdingen (dpa/lhe) - Mehr als 22 Jahre nach dem Fund einer Babyleiche in einem Müllsack soll ein DNA-Reihentest die Aufklärung eines mutmaßlichen Tötungsdelikts voranbringen. Wie die Staatsanwaltschaft Gießen und das Polizeipräsidium Mittelhessen am Montag mitteilten, werden im Laufe der kommenden Wochen insgesamt etwa 600 Frauen, die zum Zeitpunkt des Leichenfundes zwischen 13 und 30 Jahre alt waren und damals im Raum Büdingen wohnten, zur Abgabe einer freiwilligen Speichelprobe gebeten. Die DNA-Reihenuntersuchung ist am 6. und 7. November im Büdinger Stadtteil Lorbach geplant.

Am 1. April 1999 hatte ein Spaziergänger an einem Feldweg zwischen Büdingen-Vonhausen und Büdingen-Lorbach den in Plastiktüten verpackten Leichnam des neugeborenen Mädchens gefunden. Den Ermittlungen zufolge dürfte der Sack schon einige Monate in dem Bereich gelegen haben. Die Entbindung könnte somit Ende 1998 gewesen sein, hieß es in einer Broschüre des Polizeipräsidiums Mittelhessen.

Trotz umfangreicher Ermittlungen sei es bis heute nicht gelungen, die genauen Umstände des Todes beziehungsweise der Leichenablage sowie die Identität des Kindes zweifelsfrei zu klären. Man wolle aber nichts unversucht lassen, die Mutter des Kindes ausfindig zu machen und plane daher den Reihentest. Eine neue Bewertung des Falles unter Einbindung des Rechtsmedizinischen Institutes der Universität Gießen und einer parallel in Auftrag gegebenen Fallanalyse beim Hessischen Landeskriminalamt habe ergeben, dass die Mutter aus der unmittelbaren nahen Umgebung des Ablageortes stammen müsse.

Das tote Neugeborene war seinerzeit namenlos bestattet worden. Um der Persönlichkeit und der Identität des Mädchens Ausdruck zu verleihen, hatten ihr die Ermittler den Namen "Sabrina" gegeben, wie die Polizei erklärte.

© dpa-infocom, dpa:211025-99-732011/2

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