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Hessen Volkmarsen-Prozess: Opfer der Autoattacke sagt aus

Einsatzkräfte nehmen im Februar 2020 nach einer Attacke mit einem Auto Spuren auf. Foto: Uwe Zucchi/dpa/Archivbild

(Foto: Uwe Zucchi/dpa/Archivbild)

Kassel (dpa/lhe) - Im Prozess um die Attacke mit einem Auto auf den Rosenmontagszug im nordhessischen Volkmarsen haben am Dienstag weitere Zeugen vor dem Landgericht Kassel ausgesagt. Eine Mutter schilderte, wie der Tatwagen an ihr vorbei in eine Gruppe gefahren sei, in der sich ihre Tochter aufhielt. "Ich wusste, dass sie gleich von einem Auto angefahren wird", beschrieb die 43-Jährige den Moment. Sie sei dann dem Auto hinterhergelaufen und habe ihre Tochter blutend und bewusstlos auf dem Boden liegend gefunden.

Die heute 22-Jährige selbst kann sich an die Geschehnisse nicht erinnern. Sie trug laut Arztbericht ein Schädel-Hirn-Trauma, Schnittwunden im Gesicht und an den Fingern sowie ein gebrochenes Sprunggelenk davon. Die Studentin sagte aus, sie habe bis heute zeitweise Konzentrationsschwierigkeiten. Aufgrund dessen habe sie auch ihr Studium um zwei Semester verlängern müssen.

Der Angeklagte war laut Generalstaatsanwaltschaft am 24. Februar 2020 in eine Zuschauermenge und den Umzug gefahren. 90 Menschen, darunter viele Kinder, erlitten teils schwere Verletzungen. Weitere Opfer trugen seelische Wunden davon, die Ermittler gehen von insgesamt mehr als 150 Betroffenen aus. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem heute 30-Jährigen 91-fachen versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung in 90 Fällen sowie gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr vor. Das Motiv für die Tat ist bisher völlig unklar. Gegenüber Ermittlern äußerte sich der Angeklagte seit seiner Festnahme nach der Tat nicht.

© dpa-infocom, dpa:210706-99-279229/3

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