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Hessen Weiterer Ex-Anwalt von Ernst soll im Lübcke-Prozess aussagen

Stephan Ernst (l) mit seinem damaligen Verteidiger Frank Hannig, der in der Bild-Zeitung blättert. Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild

(Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild)

Frankfurt/Kassel (dpa/lhe) - Im Prozess um den Mordfall Walter Lübcke wird heute erneut ein Ex-Verteidiger des Hauptangeklagten Stephan Ernst als Zeuge vernommen. Details zur Person nannte das zuständige Oberlandesgericht Frankfurt nicht. Nach dpa-Informationen handelt es sich um den Dresdener Anwalt Frank Hannig. Er soll laut einem Anwaltskollegen und dem Angeklagten Teile eines Geständnisses für Ernst erfunden haben.

Ernst soll den Kasseler Regierungspräsidenten in der Nacht auf den 2. Juni 2019 auf der Terrasse von Lübckes Wohnhaus in Nordhessen mit einem Kopfschuss getötet haben. Der Generalbundesanwalt geht von rechtsextremen Motiven aus. Ernst hat die Tat vor Gericht gestanden, nachdem er im Januar noch den Mitangeklagten Markus H. als Schützen belastet hatte. Sein damaliger Anwalt Hannig habe ihn dazu veranlasst.

Das Oberlandesgericht geht seit Wochen der Frage nach, wie die widersprüchlichen Aussagen - es gibt insgesamt drei Geständnisse - zustande gekommen sind. Dazu hatten bereits mehrere ehemalige sowie ein aktueller Verteidiger Ernsts ausgesagt. Außerdem will das Oberlandesgericht am Dienstag zwei weitere Zeugen hören.

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