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Hessen Weniger Kriminalität wegen Pandemie: Nicht bei Enkeltricks

Eine ältere Frau telefoniert mit einem schnurlosen Festnetztelefon. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Illustration

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Wiesbaden (dpa/lhe) - Die Corona-Einschränkungen haben die Kriminalität in Hessen mindestens bis in den Juni hinein sinken lassen. "Insgesamt ist die Anzahl von Strafanzeigen, Verkehrsunfällen, Einbruchsdiebstählen und weiterer gemeldeter Straftaten seit Inkrafttreten der hessischen Verordnungen zur Bekämpfung des Corona-Virus im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen", erklärte das Landeskriminalamt (LKA) in Wiesbaden auf Anfrage. Dies gelte insbesondere für den April. Aber auch im Mai und der ersten Junihälfte seien weniger Strafanzeigen als in den Vorjahresmonaten aufgenommen worden.

Betrüger, die mittels Enkeltrick Senioren bestehlen, schlugen allerdings vorübergehend häufiger zu: Im März und April waren die Zahlen höher als im Vorjahr, im Mai sanken sie gegenüber dem Vergleichsmonat wieder. Die Zahl der Wohnungseinbrüche dagegen sank - mutmaßlich, da die Bewohner bedingt durch die Einschränkungen vermehrt zuhause gewesen seien "und insofern die Tatgelegenheiten reduziert waren", teilte das LKA mit.

Ob häusliche Gewalt wie befürchtet zunahm, lasse sich aus der Statistik nicht ablesen. "Auf Grundlage der vorhandenen Erkenntnisse aus der Forschung und auch vor dem Hintergrund der praktischen täglichen Einsatzerfahrung der Polizei ist jedoch bei häuslicher Gewalt grundsätzlich von einem hohen Dunkelfeld auszugehen", erklärte das LKA.

Über neue kriminelle Maschen könne man sich unter anderem über die App hessenWARN auf dem Laufenden halten oder der Polizei in den sozialen Medien folgen. Koordinierungsstäbe in den Polizeipräsidien sollen es zudem ermöglichen, "schnell und zielgerichtet gegen neu aufkommende Phänomene vorzugehen und Straftaten zu verhindern bzw. konsequent zu ahnden".

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