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Hessen Wieder Steinwürfe gegen Polizisten am Herrenwald

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Stadtallendorf (dpa/lhe) - Am Rande weiterer Rodungsarbeiten für den umstrittenen Lückenschluss der Autobahn 49 in Mittelhessen sind am Montag erneut Polizisten mit Steinen beworfen worden. Von einer Barrikade am Herrenwald bei Stadtallendorf (Landkreis Marburg-Biedenkopf) hätten Aktivisten Steine gegen die Einsatzkräfte geworfen, sagte ein Polizeisprecher. Getroffen oder verletzt worden sei dabei aber niemand. Insgesamt erteilte die Polizei nach eigenen Angaben rund 22 Aktivisten Platzverweise. Sie waren teils auf Bäume geklettert und wurden von den Beamten auf den Boden geholt, andere hielten sich in einem Camp auf. Nachdem ihre Identität festgestellt wurde, wurden sie gehen gelassen und bekamen Platzverweise.

Bereits am Wochenende waren Steine gegen Polizisten geflogen, zwei Beamte wurden verletzt. Auch ein Einsatzfahrzeug war mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen worden. Am Montag ketteten sich nach Angaben des Polizeisprechers zudem zwei Männer an einem umgekippten Viehwagen an. Sie wurden von den Einsatzkräften losgekettet, wie der Sprecher sagte. Im Zusammenhang mit der Räumung eines Camps am Nachmittag durchbrachen zudem 23 Personen eine Polizeiabsperrung. Acht der Ausbaugegner kletterten daraufhin auf einen Hochsitz und besetzten diesen. Einsatzkräfte nahmen schließlich elf Personen vorläufig fest und leiteten Verfahren wegen des Verdachts des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Landfriedensbruchs ein.

Auch ein Rettungshubschrauber war am Montag im Einsatz - allerdings weil einer der Beamten von einer Wespe in den Mund gestochen wurde und ärztlich versorgt werden musste.

Im Herrenwald fallen seit Anfang Oktober Bäume für den Weiterbau der Autobahn 49, die einmal Kassel und Gießen direkter miteinander verbinden soll. Rodungen sind auch im nahe gelegenen Dannenröder Forst bei Homberg/Ohm geplant. Aus Protest dagegen hatten sich Aktivisten in beiden Waldstücken in Baumhäusern und auf Plattformen eingerichtet. Während sich Befürworter von dem Weiterbau der Autobahn unter anderem eine bessere Anbindung ans Straßennetz und weniger Verkehrslärm und ein geringeres Unfallrisiko auf den Dörfern der Region erhoffen, halten die Gegner das Projekt auch angesichts der Klimakrise für überholt und für nicht mit der Verkehrswende vereinbar.

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