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Hessen Wildbiologin: Wolf wird wieder sesshaft werden in Hessen

Ein Wolf steht in seinem Gehege. Foto: Carsten Rehder/Archivbild

(Foto: Carsten Rehder/dpa)

Wiesbaden/Hanau (dpa/lhe) - Der Wolf wird nach Einschätzung von Experten über kurz oder lang wieder sesshaft werden in Hessen. "Auf Dauer wird es so sein, dass sich der Wolf fest ansiedelt", sagte Marion Ebel vom Wildpark Hanau auf Anfrage. Daher sei es wichtig, dass mehr für den Schutz von Weidetieren getan wird. Vielen Schäfern gehe es finanziell ohnehin nicht so gut, gab Ebel zu Bedenken. Daher sei die finanzielle Unterstützung vom Land wichtig. "Das Problem ist nicht, dass wir zu viele Wölfe haben werden, sondern dass wir die Weidetiere besser schützen."

Im Moment werde es Wölfen oft noch zu leicht gemacht, Nutztiere zu reißen, sagte die Wildbiologin. "Er ist ein intelligenter Bursche." Allerdings sei es "gar nicht so schwer", mit Wölfen zu leben, den Menschen in Deutschland fehle es jedoch an Erfahrung. Ebel erinnerte daran, dass es beispielsweise in Afrika sehr viel gefährlichere Wildtiere gibt. "Da werden wir es doch wohl auf Dauer schaffen, mit diesem scheuen Waldbewohner zurecht zu kommen."

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie listet für dieses Jahr bereits neun Nachweise von Wölfen auf. 2018 hatte es den Angaben zufolge keinen einzigen gegeben, 2017 insgesamt fünf. Ein Wolf mit eigenem Revier auf hessischem Boden lebte demnach zuletzt zwischen 2008 und 2011 im Reinhardswald bei Kassel. Nach den Worten von Ebel zog er weiter, weil er keine Partnerin fand.

Wolfsexpertin Dr. Marion Ebel

Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie zu Wölfen

Handzettel: Der Wolf - zurück in Hessen?

Dokumentations- und Beratungszentrum des Bundes zum Thema Wolf

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