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Hessen Wohnungen sollen klimaneutral werden

Gebäude der Nassauischen Heimstätte sollen bis 2050 klimaneutral sein. Foto: Boris Roessler/Archivbild

(Foto: Boris Roessler/dpa)

Neue Fenster, gute Dämmung und eine moderne Heizung: Die energetische Sanierung einer Wohnung senkt nicht nur die Nebenkosten, sondern auch den Ausstoß von Treibhausgasen. Um seine Klimaziele zu erreichen, holt Hessen Wohnungsbaugesellschaften mit ins Boot.

Wiesbaden (dpa/lhe) - Zum Schutz des Klimas will die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte (NH) den Ausstoß von Treibhausgasen bei ihren Gebäuden deutlich verringern. Vertreter der Geschäftsführung unterzeichneten am Dienstag in Wiesbaden gemeinsam mit Hessens Umweltministerin Priska Hinz und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (beide Grüne) eine entsprechende Vereinbarung. Demnach sollen die Wohnungen der NH bis 2050 klimaneutral werden.

Rund zwei Milliarden Euro sollen nach Angaben des leitenden NH-Geschäftsführers Thomas Hain in die energetische Sanierung fließen. Dazu zählen eine gute Dämmung, neue Fenster und effektive Heizungen. Bei Neubauten sollen strenge Klimaschutz-Vorgaben gelten.

Mieterhöhungen, die mit einer Modernisierung einhergehen, sollen sich in sozialverträglichen Grenzen halten, sagte Hain und betonte, die NH schöpfe den rechtlichen Rahmen dafür nicht aus. Nach einer energetischen Sanierung würden ja zudem die Nebenkosten teils deutlich sinken.

Die NH ist mit derzeit rund 60 000 Wohneinheiten die größte Wohnungsbaugesellschaft in Hessen. Der Begriff "klimaneutral" bedeutet laut einer Definition der Deutschen Umwelthilfe, dass durch ein Produkt oder eine Dienstleistung die Menge an klimaschädlichen Gasen in der Atmosphäre nicht erhöht wird.

Hessen will bis 2050 klimaneutral werden. "Um dieses Ziel zu erreichen, müssen in allen Bereichen die Treibhausgasemissionen deutlich reduziert werden - auch beim Wohnen", erklärte Hinz. Die Landesregierung sei mit weiteren Wohnungsbaugesellschaften, etwa den kommunalen oder genossenschaftlichen, im Gespräch, um ähnliche Vereinbarungen auf den Weg zu bringen.

"Über ein Viertel des hessischen Endenergieverbrauchs wenden wir für das Heizen unserer Wohnungen und die Warmwassererzeugung auf", sagte Al-Wazir. "Das lässt sich mit heutigen Mitteln drastisch reduzieren, ohne dass dafür irgendjemand mit kalten Füßen im Wohnzimmer sitzen muss."

Die schwarz-grüne Landesregierung hat im Koalitionsvertrag ein Wärmeeffizienz-Paket festgehalten. Im Ergebnis soll bis 2025 die energetische Sanierungsquote von Wohngebäuden von ein auf zwei Prozent steigen, wie Al-Wazir erläuterte. Dies wären dann laut Koalitionsvertrag etwa 27 000 Gebäude pro Jahr.

Al-Wazir verwies ebenso wie seine Kabinettskollegin Hinz darauf, dass vor allem Vorgaben aus dem Bund entscheidend dafür seien, ob die Klimaziele in Deutschland erreicht werden. Hessen selbst habe nur Einfluss auf 20 Prozent der Treibhausgasemissionen, betonte Hinz. "Wir sind daher auf den Bund angewiesen."

Am Freitag dieser Woche will das Klimakabinett unter Vorsitz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein großes Maßnahmenpaket vorlegen, damit Deutschland nationale und international verpflichtende Klimaziele erreichen kann.

"Es ist absehbar, dass die Preise für Wärme steigen werden", sagte Hinz. Auch aus diesem Grund sei es gut, in die energetische Sanierung von Gebäuden zu investieren. "Sonst geht es in die Nebenkosten."

Mitteilung Umweltministerium

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