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Mecklenburg-Vorpommern Ausstellung in Stralsund erinnert an Warenhausgründer Tietz

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Stralsund (dpa/mv) - Im Stralsund Museum wird seit Mittwoch an den Warenhausgründer Leonhard Tietz erinnert, der vor 140 Jahren in der Hansestadt sein erstes Textilwarengeschäft eröffnete. Die Ausstellung entstand gemeinsam mit dem Förderverein "Historische Warenhäuser Wertheim und Tietz in Stralsund", teilte die Stadtverwaltung mit. Der jüdische Kaufmann warb mit Umtauschrecht und festen Preisen für sein Warenhaus, das er dicht neben dem Geschäft der Familie Wertheim betrieb.

Aus den Häusern der Familie Tietz entwickelten sich die Warenhausketten Hertie und Kaufhof, schreibt der Förderverein auf seiner Internetseite. Die beiden deutsch-jüdischen Familien erprobten demnach in Stralsund revolutionäre Verkaufsprinzipien, bevor sie den Sprung nach Berlin und andere Städte wagten und so die deutsche Warenhauskultur begründeten.

Tietz verlegte seinen Firmensitz später von Stralsund nach Köln und baute ein Warenhausimperium im Westen Deutschlands auf. Die Erfolgsgeschichte der Familie endete mit der Emigration nach Palästina. Nach 1933 wurde das Unternehmen als Westdeutsche Kaufhof AG betrieben, die später in der Galeria Kaufhof GmbH aufging. Auch die Familie Wertheim wurde von den Nationalsozialisten enteignet. Der nach dem Zweiten Weltkrieg wiedergegründete Kaufhauskonzern ist später von Hertie und dann von Karstadt übernommen worden.

Die Ausstellung im Stralsund Museum ist bis zum 29. März zu sehen.

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