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Mecklenburg-Vorpommern Bauern befürchten weitere Beschränkungen für Agrarproduktion

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) spricht mit Landwirt Volker Bredenkamp. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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Nicht allein die Trockenheit der letzten Jahre macht den Bauern zu schaffen. Sie sehen sich auch von den politischen Maßgaben zum Tier- und Umweltschutz belastet. Ein Treffen mit Regierungschefin Schwesig ist Anlass, dem Unmut Luft zu machen.

Schwerin/Neubukow (dpa/mv) - Die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern befürchten durch neue Gesetzesvorgaben zum Natur- und Artenschutz weitere Produktionsbeschränkungen und Ertragsrückgänge. Der Präsident des Landesbauernverbandes, Detlef Kurreck, appellierte daher am Donnerstag bei einer gemeinsamen Besuchstour zu Agrarbetrieben im Land an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), bei politischen Entscheidungen den Aspekt der Wirtschaftlichkeit nicht aus den Augen zu verlieren.

"Nur gesunde Betriebe haben das Potenzial, sich den drängenden Zukunftsaufgaben zu stellen und die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der ländlichen Räume zu gestalten. Wer täglich um seine Existenz kämpfen muss, hat keinen Spielraum für Natur- und Artenschutz oder Biodiversität", erklärte Kurreck in einer am Donnerstag verbreiteten Mitteilung.

Für gewaltige Proteste der Bauernschaft bundesweit hatte zuletzt unter anderem die neue Düngeverordnung gesorgt, mit deren Hilfe der hohen Nitratbelastung des Grundwassers in weiten Teilen Deutschlands entgegengewirkt werden soll. Neuer Streit zeichnet sich laut Kurreck um ein Gesetz zum Insektenschutz ab. Damit könnte der Einsatz von Insektiziden weiter eingeschränkt werden. Wissenschaftler beklagen allerdings bereits schon länger ein drastisches Insektensterben.

Schwesig sicherte den zuletzt häufig in der Kritik stehenden Bauern Unterstützung der Politik zu, mahnte aber auch Veränderungen an. Die Landesregierung wisse die Arbeit der Landwirte und ihrer Beschäftigten sehr zu schätzen, sagte sie laut Mitteilung. Doch machte die Regierungschefin auch deutlich, dass Entwicklungen in Natur und Gesellschaft nicht ohne Auswirkungen auf die Agrarwirtschaft bleiben könnten.

"Für die konventionelle wie auch für die ökologische Landwirtschaft gilt, dass wir Landwirtschaft mit guten Produkten, Umweltschutz, Tierwohl, gute Lohn- und Arbeitsbedingen für die Landwirte und ihre Beschäftigten und bezahlbare Preise zusammenbringen müssen", betonte die Regierungschefin. Sie warb für den Kauf regionaler Produkte aus Mecklenburg-Vorpommern. "Bei diesen Produkten weiß man, woher sie kommen. Und der Kauf regionaler Produkte stärkt die heimische Landwirtschaft."

Den Abschluss der Erntebereisung mit mehreren Stationen im Land sollte am Abend traditionell das Gespräch zwischen der Ministerpräsidentin und dem Vorstand des Landesbauernverbandes bilden.

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