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Mecklenburg-Vorpommern Bürgerbeauftragter drängt: Ehrenamtskarte bald einführen

Der Bürgerbeauftragte des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Matthias Crone. Foto: Jens Büttner/Archivbild

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Schwerin (dpa/mv) - Mecklenburg-Vorpommerns Bürgerbeauftragter Matthias Crone fordert mehr Tempo bei der seit Jahren angekündigten Ehrenamtskarte mit Rabatten für Engagierte. "Seit über sieben Jahren ist das Thema auf dem Tisch der Landespolitik", sagte Crone am Freitag in Schwerin. Schon lange habe der Landtag einen Arbeitsauftrag erteilt. "Alle wollen die Ehrenamtskarte und sie wird auch gebraucht." Kurz vor der Ziellinie dürfe sie nicht zerredet und auch nicht überfrachtet werden. "Nicht alle Fragen muss man jetzt schon klären. Hier gilt das Motto: einfach mal anfangen und dann weiterentwickeln."

Die "Ostseezeitung" hatte am Freitag berichtet, die Ehrenamtskarte drohe ein Flop zu werden. So gibt es demnach Unstimmigkeiten zwischen Land und Kommunen, was die Finanzierung angeht. Die Kommunen sollen dem Bericht zufolge einen Teil der Kosten und die Koordination der Vergabe der Karten übernehmen - was dort abgelehnt werde. Auch gebe es Streit, ob Karteninhaber kostenfrei den Nahverkehr nutzen dürfen. Die CDU lehnt das der "Ostsee-Zeitung" zufolge ab.

Crone betonte, dass fast alle anderen Bundesländer bereits eine Ehrenamtskarte eingeführt haben. "Man weiß doch, wie so etwas zu organisieren ist." Beide Seiten müssten sich bewegen - Land und Kommunen. "Wir können es uns nicht leisten, jetzt die Erwartungen der Bürger zu enttäuschen. Das Ehrenamt braucht ein handfestes positives Signal", sagte der Bürgerbeauftragte.

Unzufrieden mit dem Stand der Vorbereitungen zeigten sich auch der Vorsitzende des Sozialverbandes VdK Mecklenburg-Vorpommern, Rainer Boldt, und die Landtagsabgeordnete der Fraktion Freie Wähler/BMV, Christel Weißig. "Ehrenamtskarten gibt es in ganz Deutschland, nur Mecklenburg-Vorpommern kommt hierbei nicht in Tritt", sagte Weißig. Boldt warnte davor, die Ehrenamtskarte an bürokratischen Hürden scheitern zu lassen.

Ein Sprecher des Sozialministeriums sagte, die Karte werde 2020 voraussichtlich schrittweise eingeführt. Im Entwurf der Finanzplanung des Landes sind bis 2023 rund 2,3 Millionen Euro vorgesehen.

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