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Mecklenburg-Vorpommern Caffier berät mit Jüdischen Gemeinden Sicherheitsfragen

Lorenz Caffier gibt ein Pressestatement ab. Foto: Bodo Marks/dpa

(Foto: Bodo Marks/dpa)

Der Angriff eines mutmaßlichen Rechtsextremisten auf die Synagoge in Halle und die Tötung von zwei Menschen löste auch im Nordosten Entsetzen und Trauer aus. Bei Juden im Land schürte es Angst. Innenminister Caffier will aber, dass sei ohne Angst leben können.

Schwerin (dpa/mv) - Gut zwei Wochen nach dem antisemitischen Terroranschlag von Halle mit zwei Toten kommt Innenminister Lorenz Caffier (CDU) mit Vertretern der Jüdischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern zusammen. Bei dem Gespräch heute ab 11.00 Uhr in Schwerin werde es vorrangig um die Sicherheit jüdischer Einrichtungen gehen. Er wolle, dass Jüdinnen und Juden keine Angst haben müssen, betonte Caffier vor dem Treffen. Dazu werden Landesrabbiner Yuriy Kadnykov, der Vorsitzende des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden, Valeriy Bunimov aus Schwerin, und der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Rostock, Juri Rosov, im Innenministerium erwartet. In der kommenden Woche will die Landesregierung über die Einsetzung eines Antisemitismus-Beauftragten entscheiden.

Als Reaktion auf den missglückten Angriff eines mutmaßlichen Rechtsextremisten am 9. Oktober auf die Synagoge in Halle und die anschließende Tötung von zwei Menschen hatte Caffier die Sicherheitsvorkehrungen an Synagogen und Gemeindehäusern verschärft. Die Intervalle der Polizeistreifen wurden deutlich verkürzt. Der Anschlag am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur habe die neue Qualität rechtsextremen Terrors gezeigt, erklärte der Minister.

Erst 1994 waren in Schwerin und Rostock nach dem Holocaust wieder Jüdische Gemeinden gegründet worden. Initiatoren waren Juden aus der ehemaligen Sowjetunion, die nach Mecklenburg-Vorpommern gekommen waren. Heute zählen die beiden Gemeinden im Nordosten nach eigenen Angaben zusammen rund 1400 Mitglieder.

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