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Mecklenburg-Vorpommern Däne Madsen neuer Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock

Der parteilose Däne Claus Ruhe Madsen freut sich nach der Oberbürgermeister-Stichwahl auf der Wahlparty. Foto: Bernd Wüstneck

(Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa)

Der Seiteneinsteiger Claus Ruhe Madsen hat es geschafft: Der parteilose Däne wird in den kommenden sieben Jahren die Hansestadt Rostock als Oberbürgermeister führen. Zum ersten Mal ist damit ein Ausländer an der Spitze einer deutschen Großstadt.

Rostock (dpa/mv) - Der Favorit hat sich durchgesetzt: Der parteilose Däne Claus Ruhe Madsen hat die Oberbürgermeisterwahl der Hansestadt Rostock gewonnen. Damit hat laut Deutschem Städtetag erstmals eine deutsche Großstadt einen Oberbürgermeister ohne deutschen Pass. Der 46-Jährige setzte sich am Sonntag laut vorläufigem Endergebnis mit 57,1 Prozent der Stimmen gegen den Rostocker Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) durch. Madsen konnte seinen Vorsprung aus dem ersten Wahlgang vor drei Wochen halten. Der von CDU und FDP unterstützte Madsen hatte damals gegen acht Mitbewerber einen Stimmenanteil von 34,6 Prozent erreicht, Bockhahn kam auf 18,9 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 44,1 Prozent.

In einer ersten Reaktion erklärte Madsen, dass es nun gelte, die Rostocker miteinander zu vereinen. "Wir müssen Rostock gemeinsam bewegen", sagte er. Madsen führte sechs Jahre lang als Präsident die Industrie- und Handelskammer zu Rostock und war bislang Chef einer regionalen Möbelhauskette mit fünf Standorten und rund 100 Mitarbeitern. Er hatte angekündigt, die Geschäftsführung abzugeben.

Bockhahn betonte, dass er sich sicherlich ein anderes Ergebnis gewünscht hätte. Aber er sei nicht unglücklich. "Bei einer deutlich niedrigeren Wahlbeteiligung habe ich deutlich mehr Stimmen erhalten als im ersten Wahlgang." Dies zeige, dass seine sozialen Themen großen Zuspruch gefunden hätten. Er werde nun weiter seine Aufgabe als Sozialsenator erfüllen.

Madsen tritt die Nachfolge von Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) an. Wann das sein wird, stehe noch nicht fest. "Methling hat es verdient, die Hanse Sail Anfang August noch einmal zu eröffnen. Das würde ich ihm auf jeden Fall gönnen." Die Hanse Sail ist das traditionelle Treffen der Traditionssegler und Museumsschiffe.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) gratulierte Madsen. Rostock sei das wirtschaftliche Zentrum des Landes. "Deshalb brauchen wir eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land, gerade bei größeren Projekten wie der Bundesgartenschau 2025, dem Bau des Archäologischen Landesmuseums oder dem Neubau des Volkstheaters." Sie zeigte sich zuversichtlich, dass es auch mit Madsen eine gute Zusammenarbeit geben werde.

Mit Verweis auf die wichtige Rolle, die Rostock in der Gemeinschaft des Ostseestädte hat, sagte Methling: "Es passt wie die Faust aufs Auge, dass Rostock die erste deutsche Großstadt ist, die von einem europäischen Bürger ohne deutschen Pass geführt wird." Dieser habe in seinem bisherigen Wirken gezeigt, dass er seine Dinge mit Nachdruck und Engagement durchsetze. Madsen wisse, welche Verantwortung er für die rund 210 000 Einwohner übernommen habe.

Methling führte 14 Jahre lang die Hansestadt mit rund 210 000 Einwohnern und konnte aus Altersgründen nicht wieder antreten. Madsen trifft auf deutlich bessere Voraussetzungen als sein Amtsvorgänger im Jahr 2005. Dieser hatte die Stadt mit mehr als 200 Millionen Euro Schulden übernommen und in den vergangenen Jahren mit einem harten Sparkurs den Schuldenstand auf Null reduziert.

Madsen hatte im Wahlkampf kritisiert, dass nach Methlings Amtszeit große Teile der Verkehrsinfrastruktur mit Straßen sowie Rad- und Fußwegen in teils bedenklichem Zustand seien. Er hatte angekündigt, dies neben der Digitalisierung zu einer Priorität zu machen.

Ein wichtiger Punkt für den Erfolg Madsens werde die Zusammenarbeit mit der Bürgerschaft sein, sagte der Rostocker Politologe Wolfgang Muno. Die war vor drei Wochen mit einer Mehrheit für Linke, SPD und Grüne gewählt worden. "Da muss er jetzt Mehrheiten suchen, um auch tatsächlich etwas zu bewegen."

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