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Mecklenburg-Vorpommern Drese: Sprachmittler "Brückenbauer zwischen den Kulturen"

Stefanie Drese (SPD), die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Jens Büttner/dpa/Archivbild

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Schwerin (dpa/mv) - Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) wirbt bei Behörden und Institutionen im Land dafür, im Kontakt mit Migranten häufiger die Dienste von Sprachmittlern zu nutzen. Dazu stünden in landesweit vier Pools jeweils bis zu 100 geschulte Fachkräfte zur Verfügung. "Wir haben zwar ein neues Landesintegrationskonzept, das ein gleichberechtigtes Miteinander und umfassende Teilhabe ermöglicht. Doch das kann nur mit Leben erfüllt werden, wenn auch die Kommunikation funktioniert", sagte Drese am Donnerstag in Schwerin.

Neben fehlenden Sprachkenntnissen erschwerten häufig auch kulturelle Unterschiede die Verständigung und sorgten mitunter auch für Konflikte in Ämtern, Schulen oder Arztpraxen. Sprachmittler hätten oft eine ähnliche Lebensgeschichte wie die Betroffenen und wüssten um Normen und Regeln im Herkunftsland und in Deutschland.

"Sie können so zu Brückenbauern zwischen den Kulturen werden", sagte Drese. Nach ihren Angaben stellt das Land dafür jährlich knapp 130 000 Euro bereit. Zudem beteiligten sich Kommunen sowie die anfordernden Behörden - darunter Arbeitsagentur und Sozialämter - über Gebühren an der Finanzierung. Derzeit könnten etwa 45 Sprachen abgedeckt werden.

Das Erlernen der deutschen Sprache sei zwar ein wesentlicher Bestandteil der Integration, sagte die Landesintegrationsbeauftragte Reem Alabali-Radovan. Doch auch nach dem Besuch von Sprachkursen sei es für Zugewanderte oft noch schwer, sich in Behörden oder beim Arzt zu verständigen. Deshalb seien Sprachmittler wichtig, um von Anfang an Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Nach Angaben von Susanne Düskau, Koordinatorin des Netzwerkes für Sprachmittlung in Mecklenburg-Vorpommern, sind Dolmetscherdienste bei Behördengängen, im Kontakt mit Schulen oder bei Arztbesuchen häufig unverzichtbar. "Damit werden auch die Kinder der Familien entlastet, die oft einspringen und dabei mitunter Dinge hören müssen, die nicht für Kinderohren bestimmt sind", sagte Düskau. Kritisch äußerte sie sich zu den gesetzlichen Regelungen bei der Finanzierung. Während öffentliche Einrichtungen für Sprachmittler Gebühren zu entrichten hätten, gebe es für Einsätze in Arztpraxen keine Regelung.

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