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Mecklenburg-Vorpommern Durchbruch in den Tarifgesprächen im Einzelhandel in MV

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Spornitz (dpa/mv) - In ihrer vierten Verhandlungsrunde haben sich die Tarifpartner im Einzelhalhandel im Nordosten auf Lohnsteigerungen für die rund 60.000 Beschäftigten geeinigt. "Erneut konnten wir eine überproportionale Erhöhung für die unteren Entgeltgruppen erreichen. Das ist ein großer Erfolg", sagte die Verhandlungsführerin der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Heike Lattekamp, am Mittwoch. Der Handelsverband Nord bestätigte die Einigung.

Den Angaben zufolge steigen die Löhne und Gehälter für die Beschäftigten, die bis zur Gehaltsgruppe der Verkäuferin im letzten Berufsjahr - 2,622,58 Euro in Vollzeit - eingruppiert sind, zum 1. November 2021 um 3 Prozent. Für alle Beschäftigten in höheren Entgeltgruppen gebe es einen Festbetrag in Höhe von 78,68 Euro.

Eine weitere Erhöhung um 1,7 Prozent für alle Beschäftigten folgt laut Verdi am 1. Juli 2022. Die Ausbildungsvergütungen steigen zudem in diesem und im nächsten Jahr je zum 1. September um 30 Euro. Der neue Tarifvertrag gelte für 24 Monate, rückwirkend ab dem 1. Juli diesen Jahres.

"Der erkämpfte Abschluss gilt für alle Beschäftigten des Einzelhandels, unabhängig davon, wo sie arbeiten", so Lattekamp. Sie sprach hierbei auf den Wunsch der Arbeitgeber an, zwischen Unternehmen zu unterscheiden, die gut oder schlecht durch die Pandemie gekommen sind: Hier hätten unterschiedliche Regelungen greifen sollen. Dies sei jedoch schlussendlich weggefallen.

Nicht durchsetzen konnte sich die Gewerkschaft mit ihrer Forderung nach einer sogenannten Allgemeinverbindlichkeit des Tarifabschlusses. Dieser wäre dann - ohne weitere Bedingungen - für alle Unternehmen im Einzelhandel im Nordosten gültig gewesen. Damit der Tarifvertrag zur Anwendung kommt, muss also weiter sowohl der Arbeitgeber, als auch der Arbeitnehmer tarifgebunden sein. Die Forderung werde jedoch weiter von zentraler Bedeutung bleiben, um "Wettbewerbsverzerrung durch anhaltende Tarifflucht, prekärer Entlohnung und einem Wettbewerb zu Lasten der Beschäftigten entgegen zu wirken", hieß es von Verdi.

© dpa-infocom, dpa:211027-99-759614/2

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