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Mecklenburg-Vorpommern Ehefrau erstickt: Totschlagsprozess nicht öffentlich

Eine Figur der blinden Justitia.

(Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild)

Eine Explosion erschüttert im Dezember 2021 das Dorf Priborn bei Röbel. Rettungskräfte finden in einem Haus eine Frau, die vorher getötet wurde. Der Ehemann steht vor Gericht.

Neubrandenburg (dpa/mv) - Der Prozess wegen Totschlags gegen einen Mann aus Priborn (Mecklenburgische Seenplatte) läuft vorerst hinter verschlossenen Türen weiter. Richterin Daniela Lieschke hat die Öffentlichkeit am Donnerstag am Landgericht Neubrandenburg auf Antrag der Verteidigung ausgeschlossen. Als Grund wurde angegeben, dass im Prozess auch die dauerhafte Einweisung des 66 Jahre alten Angeklagten in ein Psychiatrie-Krankenhaus diskutiert wird. Das Urteil soll wieder öffentlich verkündet werden.

Das Motiv für den gewaltsamen Tod der Ehefrau des Angeklagten Anfang Dezember 2021 in Priborn ist weiter unklar. Der ehemalige Handwerker soll seine 65 Jahre alte Frau im Schlafzimmer erstickt haben, heißt es in der Anklage. Anschließend habe er sich ins Bett neben sie gelegt und mit einer Kerze eine Gasflasche angezündet. Die Explosion riss unter anderem ein Fenster im Haus aus den Angeln: Der Mann erlitt schwere Verbrennungen, überlebte aber.

Die Staatsanwaltschaft ordnete nach dem Fund der toten Frau eine Bewachung für den Mann an. Er kam zunächst in eine Spezialklinik nach Berlin und wurde Wochen später nach der Entlassung in Untersuchungshaft genommen.

Der Angeklagte betrat den Gerichtssaal am Donnerstag mit Hilfe eines Rollators und brach wieder in Tränen aus. Er wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft von einem Psychologen begutachtet, der einschätzen soll, ob der 66-Jährige bei der Tat teilweise oder auch vollständig schuldunfähig war. Für den Gutachter seien im Prozess auch die Einschätzungen der Zeugen wichtig, dies spreche für den längeren Ausschluss der Öffentlichkeit, sagte Lieschke.

Ein Urteil wird nach der bisherigen Prozessplanung für den 9. August erwartet. Das sei abhängig von der Einlassung des Angeklagten, hieß es.

Quelle: dpa

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