Regionalnachrichten

Mecklenburg-Vorpommern Ehemaliger ländlicher DDR-Kulturpalast Murchin versteigert

Ein denkmalgeschütztes Kulturhaus aus der Stalin-Zeit in Ort Murchin vor der Insel Usedom. Foto: Stefan Sauer

(Foto: Stefan Sauer/ZB/dpa)

Murchin/Rostock (dpa/mv) - Das einstige Kreiskulturhaus Murchin bei Anklam (Landkreis Vorpommern-Greifswald) ist am Samstag bei der Norddeutschen Grundstücksauktion in Rostock für 65 000 Euro versteigert worden. Das Mindestgebot für das marode Kulturhaus samt einem 18 000 Quadratmeter großen Grundstück betrug 10 000 Euro. Die Immobilie sei an einen telefonischen Bieter gegangen, teilte Makler Heiko Jacobi mit.

Der denkmalgeschützte Bau mit fast 2000 Quadratmetern Nutzfläche war vor 65 Jahren als einer der größten Kulturpaläste auf dem Land in der DDR eröffnet worden. Der Saal fasste 450 Plätze. Der Bau im Stil des sozialistischen Klassizismus diente als Prototyp für Kulturhäuser in den damaligen DDR-Nordbezirken, dem heutigen Mecklenburg-Vorpommern. Ein ähnlicher Bau steht im einstigen sozialistischen Musterdorf Mestlin (Landkreis Ludwigslust-Parchim). In der DDR waren rund 2000 Kulturhäuser, Kulturpaläste und Arbeiterklubs gebaut oder eingerichtet worden. Eine Besonderheit des Kulturhauses Murchin sind Wand- und Deckenfresken zum Thema deutsch-ungarische Freundschaft von den Usedomer Malern Herbert Wegehaupt, Otto Manigk und Manfred Kandt. Nach 1990 wurde das Haus an einer Zufahrtsstraße zur Insel Usedom zu einer Großraumdiskothek umgebaut. Seit 2003 steht das Gebäude leer.

Insgesamt kamen bei der Auktion 53 Immobilien im Wert von mehreren Millionen Euro zum Aufruf, darunter auch Grundstücke auf den Ostseeinseln Rügen und Hiddensee.

Newsticker