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Mecklenburg-Vorpommern Enger Zusammenhang zwischen Bildung und Einkommen

Viele Eurobanknoten stecken in einer Geldbörse.

(Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/Il)

Schwerin (dpa/mv) - Zwischen Bildungsabschluss und Einkommen gibt es einen engen Zusammenhang in Mecklenburg-Vorpommern. Bei mehr als 60 Prozent der Menschen ohne Bildungsabschluss im Land habe das Nettoeinkommen unter 1000 Euro im Monat gelegen, teilte das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern unter Bezug auf eine Erhebung aus dem Jahr 2020 am Donnerstag mit. Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung hatten dagegen nur zu rund 23 Prozent ein Nettoeinkommen von unter 1000 Euro im Monat.

Von den über 15-Jährigen in Mecklenburg-Vorpommern waren 144.600 der Volksbefragung zufolge weder in einer Ausbildung noch konnten sie einen Berufsabschluss vorweisen, 29.800 davon hatten nicht einmal die Schule beendet. Für sie ist das Risiko, im Niedriglohnsektor zu landen, am höchsten. Allein der Schulabschluss senkt die statistische Wahrscheinlichkeit von an die 70 Prozent auf knapp 50 Prozent.

Dieser Anteil sinkt mit jedem weiteren Bildungsabschluss: Von den Akademikerinnen und Akademikern in Mecklenburg-Vorpommern mussten im Jahr 2020 nur 7,8 Prozent mit weniger als 1000 Euro im Monat klar kommen, über 30 Prozent verdienten hingegen mehr als 3000 Euro monatlich.

Ohne Abschluss ins Arbeitsleben starten zu wollen, halten die Unternehmen im Nordosten für keine gute Idee. "Jugendlichen, die ohne Ausbildung direkt in eine Beschäftigung starten wollen, müssen wir deshalb immer wieder sagen, dass die Gehälter für Ungelernte deutlich niedriger ausfallen und sich nur mühsam über spätere Teilqualifizierungen steigern lassen", betonte Jens Matschenz, Geschäftsführer für Wirtschaft, Arbeit und Berufsbildung bei der Vereinigung der Unternehmensverbände für MV.

Auch die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Sabine Enseleit, machte klar: "Soziale Ungleichheit stoppt man am besten im Kindesalter, nicht in der Rente." Sie sprach sich für mehr Investitionen in Bildung aus, dann müsse man später nicht über Mindestlöhne diskutieren.

Quelle: dpa

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