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Mecklenburg-Vorpommern Expertenrat: Gesundheitswesen hält Corona-Sommerwelle stand

Ein Symbol auf der Intensivstation einer Klinik weist auf den Covid-Bereich hin.

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild)

Schwerin (dpa/mv) - Trotz steigender Corona-Infektionszahlen und zunehmender Krankenhauseinweisungen sieht der Pandemie-Expertenrat des Landes derzeit keine Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystems in Mecklenburg-Vorpommern. Gleichwohl sei nicht mit einem vollständigen Rückgang der Infektionen über den Sommer wie in den letzten Jahren zu rechnen, berichtete Gesundheitsministerin Stefanie Drese(SPD) nach dem ersten Treffen des von ihr einberufenen Expertengremiums am Dienstag. Die Runde tagte per Videoschalte.

"Spätestens" im Herbst werde es dann mit hoher Wahrscheinlichkeit einen erneuten starken Anstieg der Infektionszahlen und weitere Mutationen geben, so Drese. Deren Fähigkeit, Menschen krank zu machen (Pathogenität), sei noch nicht einzuschätzen. Umso wichtiger sei es, schon jetzt Vorbereitungen zu treffen. Der Expertenrat soll dazu Vorschläge entwickeln. Bis Ende August sind zwei weitere Treffen geplant, das nächste am 26. Juli.

Am wichtigsten im Herbst und Winter seien der Schutz des Gesundheitssystems, der kritischen Infrastruktur und der vulnerablen Bevölkerungsgruppen, erklärte Drese. Um diese Ziele zu erreichen, seien eine kontinuierliche Lagebewertung, die Aufrechterhaltung einer Impf- und Testinfrastruktur sowie Basis-Infektionsschutzmaßnahmen wie die Beibehaltung der Maskenpflicht im ÖPNV und in Pflegeeinrichtungen erforderlich.

Sollte es die Lage erfordern, müssten ab Herbst weitere Möglichkeiten vorhanden sein wie eine generelle Maskenpflicht, Abstandsgebote in Innenräumen und Tests in Schulen. "Dazu muss das Infektionsschutzgesetz rechtzeitig novelliert werden", forderte die Ministerin.

Dem Corona-Expertenrat gehören die Professoren Nils-Olaf Hübner, Lars Kaderali und Emil Reisinger sowie Vertreter der Wohlfahrtsverbände, Einrichtungsträger und ärztlicher Vereinigungen an. Auch Politik und Behörden sind vertreten, darunter die Kommunen, die Landesregierung und das Landesamt für Gesundheit und Soziales.

Am Dienstag meldete das Landesamt für Gesundheit und Soziales eine Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen von 620,9. Vor einer Woche hatte der Wert 567,1 betragen. Die wichtige Zahl der Krankenhauseinweisungen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen gab das Amt mit 5,5 an nach 4,5 vor einer Woche. In einigen Regionen ist die Sieben-Tage-Inzidenz der Klinik-Einweisungen jedoch deutlich höher: In Schwerin etwa betrug sie am Dienstag 9,4 und im Landkreis Ludwigslust-Parchim 9,0.

Quelle: dpa

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