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Mecklenburg-Vorpommern Feuerwehr-Krebsfälle: Kein höheres Risiko in Neubrandenburg

Ein Feuerwehrmann mit Helm und Maske.

(Foto: Philipp von Ditfurth/dpa/Symbolb)

Neubrandenburg (dpa/mv) - Das Krebsrisiko bei der Berufsfeuerwehr in Neubrandenburg ist trotz einer Häufung von Fällen nicht höher als generell in der Gesellschaft. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Greifswald, deren Ergebnisse der Leiter des Instituts für Community Medicine, Wolfgang Hoffmann, am Freitag vorstellte. Die Studie habe aber auch gezeigt, dass das Risiko durch geringeren Arbeitsschutz zu DDR-Zeiten höher war als heute. "Ich freue mich, dass wir kein signifikanter Ausrutscher sind", sagte der Leiter der Berufsfeuerwehr Neubrandenburg, Frank Bühring.

"Die Arbeit von Feuerwehrleuten ist ein Beruf, der ohne optimalen Arbeitsschutz mit Risiken behaftet ist", sagte Hoffmann. Das zeigten auch ähnliche Studien auf internationaler Ebene. Die Untersuchung im Auftrag des Landesgesundheitsministeriums begann im Juni 2020. Dabei wurden rund 100 Feuerwehrleute einbezogen, 30 Kameraden lehnten es ab, ihre Daten zur Verfügung zu stellen.

Hintergrund des Vorhabens war, dass innerhalb weniger Jahre in Neubrandenburg zwölf Feuerwehrleute an Krebs erkrankten. Neun Einsatzkräfte im Alter von 50 bis 60 Jahren starben. Davon starben konkret fünf Kameraden wegen der Krebserkrankung, sagte der Wissenschaftler. Drei Feuerwehrleute konnten nach erfolgreicher Behandlung wieder in den Dienst zurückkehren. Die betroffenen Kollegen seien alle bereits zu DDR-Zeiten bei der Feuerwehr beschäftigt gewesen, sagte Bühring. Unter den Kollegen, die nach 1990 angestellt wurden, gebe es keine Krebsfälle.

Inzwischen können Neubrandenburger Kameraden ihre Einsatzkleidung bereits am Einsatzort ablegen und wechseln. Diese wird dann in der Dienststelle gewaschen. Früher nahmen die Feuerwehrleute ihre vom Qualm kontaminierte Kleidung mit nach Hause, wo sie sie selbst gewaschen haben. Die Neubrandenburger Studie soll in zwei bis drei Jahren fortgesetzt werden, kündigte Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) an.

Quelle: dpa

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