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Mecklenburg-Vorpommern Fridays for Future bleibt zu Hause - neue Projekte planen

(Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/ZB/dpa/Archivbild)

Große Demonstrationen für einen besseren Klimaschutz müssen in der Corona-Krise vorerst ausfallen. Die Bewegung Fridays for Future ist in Mecklenburg-Vorpommern aber weiter aktiv.

Rostock (dpa/mv) - Mehrere Gruppen der Bewegung Fridays for Future in Mecklenburg-Vorpommern sind trotz der Corona-Krise noch aktiv für einen besseren Klimaschutz. Zwar seien Demonstrationen nicht mehr möglich. Es gebe aber auch Projekte, bei denen die Aktivisten nicht auf die Straße gehen müssen, sagte eine Sprecherin der Rostocker Ortsgruppe der Deutschen Presse-Agentur: "Zum Beispiel wollen wir bald einen eigenen Wagen für unsere Demonstrationen bauen. Dafür planen wir jetzt alles."

An weltweiten Klimaprotesten, die am 24. April stattfinden sollten, wolle sich die Rostocker Ortsgruppe trotz Corona beteiligen: "Alle sind aufgerufen, Schilder zu basteln. Die stellen wir an einem Platz in Rostock auf. Eine oder zwei Personen werden vor diesem Hintergrund eine Rede halten, das können wir dann live ins Internet streamen." Für organisatorische Fragen und den Austausch nutze die Gruppe Telefon- und Videokonferenzen. Damit sei die Teilnahme an Absprachen auch für Personen einfacher geworden, die eher außerhalb der Stadt wohnen und bisher Schwierigkeiten hatten, zu Treffen zu kommen.

Auch in Schwerin halte die Ortsgruppe Kontakt über Telefon- und Videokonferenzen, sagte die Sprecherin Charlotte Marquordt-Schulze. Einzelne Schweriner Aktivisten seien mit Videobotschaften an Online-Protesten der bundesweiten Bewegung Fridays for Future beteiligt gewesen. Es sei aber unklar, was geplant werden könne - wenn ungewiss sei, wann überhaupt wieder öffentliche Aktionen stattfinden können. Mehrere Mitglieder der Schweriner Ortsgruppe engagierten sich derzeit in anderen Bereichen, beispielsweise in der Anfertigung von Mundschützen und in der Nachbarschaftshilfe.

Sie habe Hoffnung, dass sich die Solidarität, die nun in der Gesellschaft herrsche, nach der Corona-Krise auch auf die Klimakrise übertragen lasse, sagte Marquordt-Schulze weiter: "Vielleicht werden ältere Menschen, die sich bisher aus der Klimadiskussion herausgehalten haben, nach der Corona-Krise solidarischer mit den Jüngeren sein und auch mal unsere Demos besuchen."

In Greifswald sei das Fridays for Future-Organisationsteam noch aktiv und motiviert, sagte Sandor Reich, ein Sprecher der Gruppe: "Die Maßnahmen, die während der Corona-Krise ergriffen werden, zeigen: Man kann etwas gegen Krisen machen". Man suche derzeit nach alternativen Formen, für einen besseren Klimaschutz zu protestieren. Beispielsweise versuchten die Aktivisten, auf die Politik einzuwirken und die Fraktionen in der Greifswalder Bürgerschaft anzusprechen.

"Wir sind damit beschäftigt, uns zu informieren und zu sammeln", sagte Damian Römisch für die Fridays for Future-Gruppe in Neubrandenburg. Im Kampf gegen den Klimawandel seien nicht nur Demonstrationen wichtig. Auf Nachhaltigkeit im persönlichen Leben zu achten, leiste auch einen wichtigen Beitrag. Dazu bildeten sich die Aktivisten beispielsweise mit Webinaren von Experten im Internet weiter, der Zeitpunkt dafür sei günstig. Nach der Corona-Krise seien auch in Neubrandenburg wieder Protestaktionen für einen besseren Klimaschutz geplant.

Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future demonstriert seit mehr als einem Jahr weltweit für einen besseren Klimaschutz. Von der Politik werden beispielsweise Maßnahmen gefordert, die geeignet sind, klimaschädliche Emissionen stark zu reduzieren. Die Bewegung listet auf ihrer bundesweiten Internetseite 14 Ortsgruppen in Mecklenburg-Vorpommern auf. Bei Demonstrationen im Nordosten beteiligten sich in Spitzenzeiten mehrere Tausend Menschen.

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