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Mecklenburg-Vorpommern Geburtenstation-Schließung: Dringlichkeitsanträge im Landtag

Harry Glawe, der Gesundheitsminister von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Archivbild

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Das zum Jahresende geplante Aus für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Krankenhaus Crivitz empört die Politik. Für CDU-Gesundheitsminister Glawe könnte es ungemütlich werden. Selbst der SPD-Koalitionspartner ist unzufrieden.

Schwerin (dpa/mv) - Die angekündigte Schließung der gynäkologischen und geburtshilflichen Station im Krankenhaus Crivitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) zugunsten von Parchim empört im politischen Schwerin und wird Thema im Landtag. Die Linke und die AfD kündigten am Montag Dringlichkeitsanträge für die Landtagssitzung am Mittwoch an. Bereits am Dienstag soll Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) im Kabinett erklären, was los ist. Die Kritik am Minister wächst.

Der Fraktionsvorsitzende des Regierungspartners SPD, Thomas Krüger, sagte am Montag, er habe von dem Verhandlungsergebnis aus der Zeitung erfahren. "Nach dem, was ich höre, bin ich damit unzufrieden." Auch die CDU-Fraktion, in der Glawe am Dienstag ebenfalls Bericht erstatten soll, erscheint überrumpelt. "Der Fraktionsvorsitzende und der Parlamentarische Geschäftsführer haben mit Interesse die Berichterstattung gelesen", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer Torsten Renz.

Die Linke fordert in ihrem Antrag die Landesregierung auf, das Verhandlungsergebnis zu annullieren. Die Träger beider Krankenhäuser - Mediclin in Crivitz und Asklepios in Parchim - hatten sich geeinigt, die Geburtshilfe und Frauenheilkunde in Parchim zu konzentrieren. Für die seit Pfingsten geschlossene Kinderstation in Parchim soll eine Kinder-Tagesklinik mit vier Betten etabliert werden. Eine Arztstelle dafür will dem Vernehmen nach das Land bezahlen. Dies bezeichnete der SPD-Politiker Krüger als keine gute Lösung. Die Finanzierung von Arztstellen sei Sache der Krankenkassen.

Der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Gunter Jess, monierte: "Der Alleingang Glawes hat alle überrumpelt und sendet aus familienpolitischer, gesundheitspolitischer und sozialer Perspektive völlig falsche Signale." Ein kinderfreundliches Mecklenburg-Vorpommern sehe anders aus. Allen Verantwortlichen müsse klar sein, dass fraktionsübergreifend schnell gehandelt werden müsse.

Am Wochenende hatte bereits der SPD-Gesundheitspolitiker Julian Barlen die Plänen für die Krankenhäuser Crivitz und Parchim kritisiert. "Die Nachrichten, die mich zum angeblichen Verhandlungsergebnis zwischen dem Gesundheitsminister und dem Klinikbetreiber Asklepios bzw. Mediclin erreichen, sind erschreckend." Zielstellung sei gewesen, die Kinderstation in Parchim und damit die Geburtshilfe zu erhalten. Dafür aber die Geburtsstation in Crivitz zu opfern und die Schaffung einer kindermedizinischen Tagesversorgung zudem durch eine landesfinanzierte Stelle erkaufen zu müssen, sei keine Lösung.

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