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Mecklenburg-Vorpommern Geflügelpest breitet sich weiter aus: Minister appelliert

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Dersekow/Greifswald (dpa/mv) - Erneut haben sich Tiere in einem Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern mit der Geflügelpest infiziert. Bereits am Mittwoch wurde der Erreger in einer Putenhaltung in Dersekow im Landkreis Vorpommern-Greifswald festgestellt. Alle Tiere in den betroffenen Beständen müssen nun getötet werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, wie das Landwirtschaftsministerium mitteilte. Der Betrieb hält ungefähr 32 000 Tiere. Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) in Greifswald teilte am Donnerstag mit: "Wir erleben in Deutschland und Europa derzeit die stärkste Geflügelpest-Epidemie überhaupt".

Insgesamt hat es im Nordosten laut Ministerium bisher acht Geflügelpest-Ausbrüche gegeben. "Auch wenn wir mit einer Zuspitzung der Lage gerechnet haben und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Tierseuchenbekämpfung hervorragende Arbeit leisten, trifft uns jeder neue Fall schwer", sagte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD).

Backhaus appellierte an alle Halter, die Lage ernst zu nehmen und die bereits erlassenen Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Bereits über Weihnachten war der Erreger H5N1 sowohl in einer Kleinsthaltung in Schwanheide im Landkreis Ludwigslust-Parchim als auch in einer Putenmastanlage in Moltenow im Kreis Rostock gefunden worden.

Laut Friedrich-Löffler-Institut kommen in Europa täglich neue Fälle hinzu, und das nicht nur bei Wildvögeln. "Ein Ende ist nicht in Sicht, die betroffenen Länder reichen von Finnland über die Faröer Inseln bis Irland, von Russland bis Portugal." Auch aus Kanada, Indien und Ostasien kämen Meldungen. Dies sind aus Sicht des FLI keine guten Aussichten für die kommenden Wochen.

Die Vogelgrippe, wie die Geflügelpest auch genannt wird, ist eine Infektionskrankheit vor allem bei Wasservögeln, die von Zugvögeln oft über weite Strecken verbreitet wird. Schon in der Saison zuvor hatte es von Herbst 2020 bis Frühling 2021 einen gravierenden Seuchenzug in Deutschland und Europa gegeben - der nun wohl noch übertroffen wird.

© dpa-infocom, dpa:211230-99-543739/2

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