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Mecklenburg-Vorpommern Grüne fordern Darßbahn: "Vorwärtskommen auf dem Darß"

Die Gleise der ehemaligen Darßbahn sind mit einem Prellbock blockiert. Foto: Bernd Wüstneck/Archivbild

(Foto: Bernd Wüstneck/dpa)

Nach Kriegsende rissen die Russen große Teile der Darßbahn als Reparationsleistung ab. Seither gibt es Versuche, die Strecke zwischen Barth und Prerow zu reaktivieren. Die Grünen wollen Druck machen.

Barth (dpa/mv) - Die Grünen fordern den schnellen Bau der Darßbahn. Die knapp 50 Kilometer lange Strecke soll von Velgast über Barth und Zingst nach Prerow führen. "Aus der Landespolitik hat sich über eine lange Zeit keiner für die Darßbahn interessiert", sagte Jutta Wegner, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Mobilität und Verkehr, vor der Verkehrskonferenz der Grünen am Samstag in Barth. "Das ist keine zukunftsweisende Politik."

Die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst sei eine der letzten bundesweit bedeutsamen Tourismusregionen, die nicht per Bahn erreichbar ist. Dabei sei die Darßbahn nur der erste Schritt. Als zweiten Schritt sehen die Grünen den Ringschluss von Prerow südwärts nach Ribnitz-Damgarten und Graal-Müritz. Damit würde das Fischland direkt von Rostock erreichbar sein und die vielen Staus durch den regionalen Verkehr könnten vermieden werden, betonte Wegner.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg hatte jüngst darauf verwiesen, dass die Deutsche Bahn den Weg für die Darßbahn freigemacht habe. Der DB-Vorstand habe einen Beschluss gefasst und damit die formellen Voraussetzungen für das Projekt geschaffen. Der Bund sei bereit, ein Drittel der bislang auf 115 Millionen Euro geschätzten Kosten zu übernehmen.

Diese Einschätzung wurde vom Landesverkehrsministerium nicht bestätigt: Der Bund habe zwar eine Unterstützung des Projekts zugesagt. Eine verlässliche Aussage zum finanziellen Umfang stehe aus. Allerdings stünde das Land grundsätzlich hinter der Darßbahn.

Zudem liegt noch eine, aktuell allerdings ruhende Klage des Landes gegen den Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahnbundesamtes vor. Darin geht es um den Abschnitt zwischen Barth und dem Meiningenstrom. Nach Überzeugung der Straßenbauverwaltung wurden Regelwerke für den Straßenbau von Landesstraßen, die an die Bahnübergänge heranführen, nicht beachtet. Laut Ministerium ist eine Einigung aber auf gutem Weg. Derzeit klagt auch die bei Barth liegende Gemeinde Pruchten vor dem Oberverwaltungsgericht Greifswald. Sie fürchtet, auf Kosten für Bahnübergänge sitzen zu bleiben.

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