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Mecklenburg-Vorpommern Heydorn leitet neue Enquete-Kommission: Koplin-Wahl knapp

Torsten Koplin, Abgeordnete der Linken im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild

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Schwerin (dpa/mv) - Die vom Landtag beschlossene Enquete-Kommission zur Gesundheitsversorgung in Mecklenburg-Vorpommern wird vom SPD-Abgeordneten Jörg Heydorn geleitet. Der 62-jährige Sozialexperte wurde am Donnerstag im Parlament mit 49 Ja-Stimmen gewählt, 17 Abgeordnete stimmten gegen ihn, 3 enthielten sich.

Deutlich weniger Simmen erhielt der Linken-Abgeordnete Torsten Koplin bei der Wahl zum stellvertretenden Kommissionsvorsitzenden. Er erhielt 34 Stimmen, 17 Abgeordnete stimmten gegen ihn, 18 enthielten sich. Für die Wahl waren mehr Ja- als Nein-Stimmen erforderlich.

An Koplins Eignung waren laut NDR insbesondere bei der CDU-Fraktion Zweifel aufgekommen. Wie die von der Linken gestellte umstrittene Verfassungsrichterin Barbara Borchardt gehört auch Koplin der in einigen Ländern vom Verfassungsschutz beobachteten Parteigruppierung Antikapitalistische Linke an. Koplin, der eine frühere Tätigkeit als Stasi-Informant eingeräumt hat, ist seit 1998 Mitglied des Landtags und seit 2016 Vorsitzender des Sozialausschusses.

In der Enquete-Kommission sollen Abgeordnete gemeinsam mit Fachleuten beraten, wie die Gesundheitsversorgung in ganz Mecklenburg-Vorpommern auf Dauer sichergestellt werden kann. Die Kommission soll aus 21 Mitgliedern bestehen und vor Ende der Legislaturperiode im Spätsommer 2021 einen ersten Bericht mit Analysen und Vorschlägen vorlegen.

Neben Lücken im Netz der Hausärzte hatte zuletzt auch die Schließung von zum Teil defizitären Klinikabteilungen für Schlagzeilen gesorgt. Betroffen waren insbesondere Kinder- und Geburtenstationen, wie etwa in Wolgast, Parchim oder in Crivitz. Das hatte Rufe nach einer Rekommunalisierung privatisierter Krankenhäuser laut werden lassen.

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